Ich fühle mich großartig“, meinte Jimmy dell Palmer, der aus Gesundheitsgründen als erste der vierzig Beiruter Geiseln entlassen wurde. Als die schiitischen Luftpiraten zuschlugen und die TWA-Maschine vom Athen-Rom-Kurs abbrachten, war der in Saudi-Arabien tätige Klimaanlagen-Techniker aus Little Rock/Arkansas auf dem Weg nach Hause in die Sommerfrische. Dreizehn Tage lang befand sich Palmer in der Gewalt der Flugzeugentführer, dreizehn Tage und Nächte lang zitterte er um sein Leben. Er habe „viel dazugelernt“, wisse aber über das Nahost- und Libanonproblem „immer noch viel zu, wenig“, gestand der gerade Freigelassene und leerte, vor Aufregung und Glück schwitzend, ein Glas Pepsi Cola nach dem anderen. ZEIT-Reporter Andreas Kohlschütter unterhielt sich mit Palmer auf dem Flug von Beirut nach Larnaca (Zypern):

ZEIT: Wie wurden Sie von den Flugzeugentführern behandelt?

Palmer: Am Anfang schlecht. Die zwei Luftpiraten, die unsere Maschine nach dem Start in ihre Gewalt brachten, haben uns ganz schön tyrannisiert. Sie waren nervös, brüllten uns an und schlugen auf Passagiere ein.

ZEIT: War Ihnen klar, daß ein Amerikaner erschossen wurde?

Palmer: Davon merkte ich nichts. Ich wußte nur, daß jemand gefoltert wurde, ich hörte Schreie und Stöhnen.

ZEIT: Nach Verlassen des Flugzeugs in Beirut erging es Ihnen besser?

Palmer: Ja, ganz entschieden. Wir hatten den Eindruck, es mit einer anderen Gruppe von Leuten zu tun zu haben, die sich uns gegenüber viel weniger feindlich, viel umgänglicher und menschlicher verhielten.