Die Verbraucherpreise in der Bundesrepublik klettern wieder langsamer. Nach ersten Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes sind die Lebenshaltungskosten im Juni um 2,3 Prozent gegenüber dem Juni 1984 gestiegen. Im Mai lag der Anstieg bei 2,5 Prozent. Vor allem Treibstoffe, Autos, Heizung, Warmwasser und Fernwärme lagen deutlich über dem durchschnittlichen Preisanstieg. Für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren gab es leichte Abschläge.

Weiter kräftig gestiegen sind die Ausfuhren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhöhte sich im Mai der Ausfuhrüberschuß auf 7,5 Milliarden Mark nach 5,5 Milliarden im Vormonat und 4,0 Milliarden im Mai 1984. Insgesamt wurden im Mai Waren im Wert von 39,4 Milliarden Mark eingeführt und für 46,9 Milliarden Mark exportiert. In den ersten fünf Monaten 1985 stiegen die Ausfuhren um dreizehn Prozent auf 225,7 Milliarden Mark, die Einfuhren um zehn Prozent auf 199,1 Milliarden.

Nach einer Analyse des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt das Konjunkturbarometer für die deutsche Wirtschaft nach einem schwachen ersten Quartal wieder nach oben. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Wachstumsrate des realen Sozialprodukts jedoch nicht über 2,5 Prozent hinausgehen. Die Firmenmeldungen zum monatlichen Konjunkturtest deuten auf eine merkliche Besserung des Geschäftsklimas hin. Firmen des verarbeitenden Gewerbes planen danach für die nächsten drei Monate eine stärkere Ausweitung ihrer Produktion. Auch im Einzelhandel habe sich die Besserung der Geschäftslage fortgesetzt.

Deutlich langsamer als in den Vormonaten sind im Mai die Einfuhrpreise in der Bundesrepublik gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen sie im Mai um 4,3 Prozent über dem gleichen Vorjahresergebnis. Im April und März habe die Zunahme noch 6,5 und 8,8 Prozent betragen.