Diplomaten-Folter

Jedermann in Paraguay weiß, daß die Polizei foltert, und vermeidet eben deswegen, darüber zu reden, um ihr nicht in die Hände zu fallen. Um so sensationeller ist ein Bericht der Asuncioner Tageszeitung Hoy. Die Hausangestellte Regina Chaparro schildert darin nicht nur ausführlich, wie sie mit Elektroschocks gefoltert wurde, sie nennt sogar die Namen der beiden Kommissare, die sie mehrfach mißhandelten. Angezeigt hatte sie ihr Arbeitgeber, der Botschafter El Salvadors in Paraguay, der sie beschuldigte, Geld und Juwelen gestohlen zu haben. Ein Selbstmordversuch, um weiterer Folter zu entgehen, mißlang. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erschien der Diplomat auf der Polizeistation und erklärte ihr unverfroren, sie würde so lange gefoltert werden, bis die geraubten Wertgegenstände gefunden seien. Das ging allerdings sogar einem der Folter-Kommissare zu weit. Regina Chaparro wurde entlassen – mit einer seitdem gelähmten linken Hand.

Spaghetti-Krieg

Europäer und Amerikaner haben sich schon um Hühnchen und um Stahl gestritten. Droht jetzt ein Spaghetti-Krieg im Handel zwischen der EG und den Vereinigten Staaten? Auf Beschwerden kalifornischer Farmer, die EG schotte ihren Zitrusfrucht-Markt zugunsten der Bauern in den Mittelmeerländern ab, reagierte Washington mit der Anhebung der Einfuhrzölle für Teigwaren um bis zu 40 Prozent. Die National Pasta Association verteidigte die Vergeltungsmaßnahme damit, daß Europa seine Nudelfabrikanten übermäßig subventioniere. Dagegen verwahrt sich der Direktor des Verbandes italienischer Teigwarenhersteller, Giuseppe Menconi: Amerika wolle nur die „modernere und effektivere“ italienische Konkurrenz aus dem Markt drängen. Bevor die amerikanischen Tariferhöhungen in Kraft treten, wollen sich die beiden Seiten noch einmal zusammensetzen, um die Spaghetti-Krise zu entwirren. Doch vorsorglich hat die EG – die kalifornischen Anbaugebiete fest im Blick – zum Gegenschlag ausgeholt: Sie erhöhte die Einfuhrzölle für Walnüsse und Zitronen von acht auf 20 bzw. 30 Prozent.

Bokassas Wahrheit

Er schafft es immer noch, mit großem Bombast auf sich aufmerksam zu machen, der entthronte afrikanische Tyrann. 1976 erhob sich der Diktator Bokassa zum Kaiser von Zentralafrika; als Kindermörder und angeblicher Kannibale ließ er die Weltöffentlichkeit erschauern, mit großzügigen Geschenken brachte er Valéry Giscard d’Estaing in Verruf. Das versucht er jetzt wieder, nach acht Jahren im französischen Exil. Bokassa veröffentlichte eine Autobiographie unter dem Titel „Meine Wahrheit“, gegen die der Ex-Freund Giscard erfolgreich die Gerichte bemühte: Bokassas Memoiren enthielten „unzulässige Verletzungen der Privatsphäre und äußerst schwere Beleidigungen des früheren Präsidenten der Republik“ heißt es im Urteil. Also ließ der afrikanische Ex-Potentat sein Elaborat still und leise einstampfen? Natürlich nicht: 8000 Exemplare wurden jetzt in Paris öffentlich verbrannt – unter Aufsicnt des diamantenbehangenen Autors, der durch die Bücherverbrennung sich selbst und seinen Hader mit Giscard wieder einmal ins Gerede brachte.