Während sich die Politiker rühmen, den Zugang zur aussichtsreichen Informatik frei gehalten zu haben, schalten die Hochschulen auf stur. Kürzlich hat die Westdeutsche Rektorenkonferenz (WRK) ihren Widerstand gegen die wachsende Flut von Informatikstudenten angekündigt. Bei einer zweihundertprozentigen Überbelastung müsse langsam Schluß sein, meint ihr Präsident Theodor Berchem. Auch die zusätzlich versprochenen Professorenstellen reichten nicht aus, weil es dem jungen Fach, übrigens weltweit, an Koryphäen mangele. Berchem würde am liebsten einen Aufnahmestopp für ein, zwei Jahre verhängen, denn mit einer zweiten Garnitur von Wissenschaftlern sei niemandem geholfen: „Wir brauchen keine mittelmäßigen, sondern hervorragende Informatiker.“

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In Hamburg sorgt man sich wegen einer grassierenden „Zettel-Pädagogik“. Ob denn die Lehrer wüßten, daß kopierte Text-Ausschnitte den Unterricht nur ergänzen sollten, das stoffliche Soll allein mit den vorgeschriebenen Büchern zu erfüllen sei, wollte die CDU im Hamburger Rathaus von der regierenden SPD wissen. Der Senat beruhigte sie: Die Schulen seien über „Chancen und Gefahren“ des Kopierens bereits aufgeklärt worden und auch wegen des Copyrights sei man schon mit der Verwertungsgesellschaft Wort handelseinig geworden

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Daß auch die Studenten auf dem Weg in die Armut sind, läßt sich aus dem Jahresbericht des Münchener Studentenwerkes herauslesen. Nur noch 19 Prozent erhalten Unterstützung durch Bafög (davon 5,8 Prozent den Höchstsatz). Vor zehn Jahren waren es noch vierzig Prozent. Einigen Hochschülern mußten bereits die Zimmer im Studentenwohnheim gekündigt werden, weil sie ihre Miete nicht mehr bezahlen konnten. Für besonders Bedürftige wurden inzwischen „Freitische“ eingerichtet. D. H.