Das Monopol der Kreditinstitute bei der Börsenzulassung neuer Unternehmen bleibt auch für den neu zu schaffenden „geregelten Markt“ erhalten. Mit dieser Entscheidung ist der Bundesrat den Wünschen der Börsen und Banken gefolgt. Unternehmen brauchen für die Börseneinführung ihrer Aktien weiterhin die Begleitung eines Kreditinstituts. Dies geschieht – so wird das Monopol begründet – zum Schutze der Anleger.

Zu halten wird die Sonderstellung der Banken aber nur sein, wenn sie sich der Verantwortung bei Aktienneueinführungen auch bewußt sind. In der Vergangenheit war dies nicht immer der Fall, wie die Vorgänge um Gesellschaften wie Tewidata, Treuwo und andere gezeigt haben. Daß hier als Emissionshaus nicht eine Bank, sondern die Münchener Vermögensberatungsgesellschaft Portfolie-Management rangierte, entschuldigt die Pleiten dieser Börsenneulinge nicht. Denn schließlich waren es Banken, die diese Einführungen erst ermöglicht haben. Geschäft war eben Geschäft.

K. W.