Ohne die Bremer Stimmen im Bundesrat, wäre Verteidigungsminister Manfred Wörner mit seinem Projekt, die „Opas“ der Bundeswehr (alle 45- bis 52jährigen) durch kraftstrotzende Jung-Siegfriede zu ersetzten, gescheitert. Franz Josef Strauß hat Wort gehalten: Bayern stimmte im Bundesrat gegen den Wörner-Plan, der 625 Millionen Mark kostet.

Andere Rechnungen kommen zu dem Ergebnis, der Preis liege sogar bei drei Milliarden. Dabei werden die zusätzlichen Kosten für Rüstungsprojekte – zehn Minenkampfboote (1,2 Milliarden) und zwei Fregatten (1,1 Milliarden) – mit einbezogen. Über diese Projekte ist kurz vor der Bundesratssitzung zugunsten notleidender Bremer Unternehmen entschieden worden.

Kuhhandel? Wörner und Koschnick bestreiten das. Koschnick argumentiert, der Bremer Senat habe schon im Januar für Wörners Lösung votiert, zu einem Zeitpunkt also, an dem die CDU-Mehrheit im Bundesrat auch ohne Bayern gesichert war.

Seit das Saarland bei den Märzwahlen an die SPD gefallen ist, kann Strauß mit den fünf Bayern-Stimmen Zünglein an der Waage spielen – die SPD- und CDU-Länder haben (ohne Berlin) je 18 Stimmen.

Koscnnicks frühe Zustimmung spricht jedenfalls gegen einen Kuhhandel. Aber ist andererseits nicht denkbar, daß Wörner sich schon früh bei Koschnick rückversichert hat?

Im Verteidigungsministerium ist ja schon viel passiert. Aber daß Rüstungsprojekte von beinah drei Milliarden Mark einfach mal so aus dem Hut gezaubert werden, um sich Bremens Pensions-Votum zu sichern, erscheint doch zu abenteuerlich.

Tatsächlich stehen die soeben bestellten Minenkampfboote schon länger auf dem Plan; und ohnedies kamen Bremer Firmen – MBB und AEG – in Frage. MBB erhielt den Zuschlag.