ZEIT: Deutschlands Hochseefischer wollen sich zu einer Fangunion zusammenschließen. Bonn soll finanziell helfen. Wozu das alles?

Geldern: Nach einem Konzentrationsprozeß in der Hochseefischerei gibt es jetzt nur noch vier Reedereien, die das Geschäft betreiben. Sie haben im letzten Herbst gesagt, sie könnten das Geschäft mit vier Betrieben, vier Verwaltungen und den Fangquoten, die den Deutschen noch zur Verfügung stehen, nicht mehr unter Wettbewerbsbedingungen fortsetzen, weil sie seit Jahren rote Zahlen schreiben. Deshalb sei ein Zusammenschluß zu einer Fangunion nötig. Da die Fangunion nicht von vornherein allein existieren könne, benötige man die Hilfe des Staates. Mit dieser Vorstellung sind die Reeder im letzten Quartal 1984 zu uns gekommen.

ZEIT: Die Regierung wollte ja Subventionen abbauen. Kommen stattdessen jetzt neue dazu?

Geldern: Diese Hilfe wäre keine neue Subvention. Schon seit 1978 wird die Hochseefischerei aus dem Bundesetat subventioniert, ebenso wie die Kutterfischerei. Die Subventionen waren auch von allen Fraktionen gebilligt worden, zumal der Grund für die Schwierigkeit ten der Hochseefischerei politischer Natur ist. Einerseits haben wir die technisch modernste und vom Management best eingesetzte Flotte, andererseits sind die traditionellen Fanggründe für die Deutschen wegen der seerechtlichen Entwicklung, der Ausweitung der Territorialgewässer verloren gegangen. Die Folge: Von 66 großen leistungsfähigen Schiffen 1976 sind heute noch – nach dem jüngsten Verkauf zweier Fangfabrikschiffe durch Oetker – 14 übrig geblieben.

ZEIT: Wie geht es weiter? Eigentlich sollte doch schon alles zum Jahresende 1984 entschieden sein.

Geldern: Das war völlig unrealistisch. Man ist ja erst im Herbst an uns herangetreten. Realistisch wäre der 1. Juli dieses Jahres gewesen. Ich hätte mir diese Entscheidung gewünscht. Jetzt ist erst einmal eine Zwischenlösung gefallen. Der Bund hat eine Starthilfe grundsätzlich zugesagt, aber bis September muß ein neues Konzept vorliegen.

ZEIT: Was war am bisherigen falsch?