Was die Flüchtlingsstarthilfe auszeichnet

Von Peter Grubbe

Hamburg

Eine DDR-Bürgerin trifft mit ihrem 11 Monate alten Kind in der Bundesrepublik ein. Sie wurde drüben nach einem Fluchtversuch und einer dafür verbüßten Haftstrafe hierher abgeschoben. Ihr Examen als Krankenschwester hatte sie wegen der Haft nicht ablegen können. Die Hamburger „Flüchtlingsstarthilfe“ besorgt ihr in einem Krankenhaus einen Arbeits- und Ausbildungsplatz, eine Wohnung und einen Krippenplatz für ihr Kind.

Ein 21jähriger aus Rumänien geflüchteter Klarinettist erhält in der Bundesrepublik Asyl, aber trotz einer mit der Note 1 bestandenen Aufnahmeprüfung keinen Studienplatz an der Musikhochschule, weil laut Computer das Kontingent erschöpft ist, verliert er daraufhin auch seine Wohnung im Studentenheim. Die Flüchtlingsstarthilfe besorgt ihm eine Unterkunft, eine Klarinette und erreicht, daß ein Professor ihn kostenlos privat unterrichtet.

Ein aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelter Restaurateur findet hier wegen der staatlichen Sparmaßnahmen keine Stelle. Die Flüchtlingsstarthilfe gibt ihm ein Darlehen für die Einrichtung einer Werkstatt und verschafft ihm Kontakt zu einem Architektenbüro, das ihn als Freiberufler beschäftigt.

Die „Flüchtlingsstarthilfe“ – das sind ein paar Dutzend Hamburger Frauen – richtiger wohl Damen – die deutschen und europäischen Flüchtlingen aus dem Osten bei ihrem Start im Westen helfen. Und die Gründerin dieser kleinen privaten Gruppe freiwilliger Helferinnen, die sie seit 32 Jahren zusammenhält, motiviert und antreibt, wurde am 10. Juli 75 Jahre alt.