DIE ZEIT

Opec am Ende?

Ein bißchen Schadenfreude muß erlaubt sein. Das klägliche Scheitern der jüngsten Opec-Konferenz in Wien wird all jene mit klammheimlicher Genugtuung erfüllen, die gut ein Jahrzehnt unter der harschen Preistreiberei des Ölkertells gelitten haben.

Bewegung

Auch die Positionen sowjetischer Unterhändler sind nicht immer in Beton gegossen – dies könnte ein Bericht der New York Times aus Genf ankündigen.

Tauschhandel

Wer mehr Kredit erhält, als er braucht, erhöht noch seine Kreditwürdigkeit, auch international. Insofern steckt in der Heraufsetzung des „Swing“ weit über das Maß hinaus, das Umfang und Struktur des innerdeutschen Handels nahelegen, auch ein politisches Zugeständnis an die DDR.

Finis Germaniae?

Vor 28 Jahren, im Wahlkampf 1957, verstieg sich Konrad Adenauer zu der Behauptung: „Wenn die SPD die Regierung übernimmt, so bedeutet das den Untergang Deutschlands.

Nachfolgewahl in Bremen: Der neue Vorsteher im Armenhaus

Wieder einmal hatte sich der sonst so erfahrene, umsichtige, kühl abwägende Hans Koschnick verschätzt. Geradezu überfallartig hatte er Mitte Juni nach 18jähriger Dienstzeit als Bremens Regierungschef seinen Rücktritt für September, zur Mitte der Legislaturperiode, angekündigt.

Zeitspiegel

Hans-Dietrich Genscher, nach der Ablösung Andrej Gromykos von voreiligen Kommentatoren zum dienstältesten Außenminister, der Welt erklärt, wird wohl noch eine ganze Weile im Auswärtigen Amt ausharren müssen, wenn er diesen Titel zu Recht erwerben will.

in der Union macht eine Gruppe von Betonköpfen Front die Kontinuität der Ostpolitik. Auch Franz Josef Strauß der nach der Wende für Kontinuität einzutreten schien, wettert wieder einmal gegen die Entspannung Marion Dönhoff analysiert, warum sie nötig ist.: Ein Plädoyer für die Entspannung

Wenn mir vor dem Krieg, in der Zeit meines Studiums, jemand gesagt hätte, eines Tages werde ein Trennungsstrich quer über den belebtesten Platz Berlins gezogen werden, der nur heimlich und unter absoluter Lebensgefahr überschritten werden könne, so hätte ich den Betreffenden für einen Spinner gehalten.

Kein bloßes Papiergeraschel

Aber aus deutscher Sicht ist der konventionelle Beistand Frankreichs wichtiger als alle atomaren Absichtserklärungen

Urteil im "stern"-Prozeß: Für jede Million ein Jahr

Freisprache hat niemand erwartet im Hamburger Prozeß um 60 gefälschte Hitler-Tagebücher. Aber dem ehemaligen stern-Reporter Gerd Heidemann will partout nicht einleuchten, daß’er noch zwei Monate länger ins Gefängnis soll als der geständige Tagebuch-Fälscher Konrad Kujau.

Nachwahlen in England: Schlag für Thatcher

Ob Unterhaus-Nachwahlen in England wirklich von Bedeutung sind, darüber streiten die Politiker, seit es sie gibt. Der jeweilige Sieger sieht mit seinem Erfolg die Wende für die nächsten allgemeinen Wahlen bereits eingeleitet, der Verlierer tröstet sich damit, es seien ja noch zwei oder drei Jahre Zeit.

Taiwan: Der Zwerg zaudert

Wirtschaftlicher Erfolg und politische Ungewißheit bestimmen die Politik National-Chinas

Spanien: González zeigt Schwächen

Der spanische Ministerpräsident Felipe González hat in der vergangenen Woche sein Kabinett umgebildet. Was ein Zeichen der Stärke werden sollte, offenbarte große Spannungen in der sozialistischen Mannschaft.

Trockene Tatsachen

Was klingt für westliche Journalisten in Moskau verlockender als die Einladung zu einer Dienstreise mit dem Thema „Weinbau auf der Krim“? Das sowjetische Außenministerium hatte geladen, stellte auch noch die üblichen Kolchosenbesuche in Aussicht.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Washington und Moskau wollen einer möglichen nuklearen Bombendrohung durch Terroristen gemeinsam begegnen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde vor drei Wochen in Genf unterzeichnet und Jetzt von Vizepräsident Bush der Öffentlichkeit mitgeteilt.

BONNER BÜHNE: Keine Fragen für den Urlaub

Vor vielen Jahrzehnten pflegte die Berliner Illustrirte selig zur Sommerpause eine Preisfrage aufzuwerfen, über die sich ihr hauptstädtisches Publikum dann zwischen Heringsdorf und Bansin an der Ostsee, wo man damals Urlaub machte, den Kopf zerbrach.

„Wo ist der Heilige Vater?“

Obschon Johannes Paul eine Reise nach Jugoslawien und in die Tschechoslowakei zu den Wirkungsstätten der beiden Heiligen verweigert wurde, konnte er dort durch seinen Kardinal-Legaten Casaroli den Gläubigen wie den Regierenden demonstrieren lassen, daß Kirchenzugehörigkeit von „niemandem als Gegensatz zum Wohl des irdischen Vaterlandes betrachtet werden darf“.

Zimbabwe: Unversöhnt nach der Wahlschlacht

Robert Mugabe und seine Partei haben die Parlamentswahlen in Zimbabwe wie erwartet hoch gewonnen. Die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern des Premiers wird durch das Wahlergebnis noch verschärft.

Mexiko: Wahl und Armut

Die Herrschart der seit 56 Jahren regierenden „Institutionalistischen Revolutionspartei“ ist erschüttert. Das nach der mexikanischen Revolution entstandene populistische Regime genoß dank geschickter Machtausübung und Organisation der Massen eine für Lateinamerika einzigartige politische Stabilität.

„Medien-Zirkus“: Eine Stadt geriet in Verruf

Drei Jahre ist es her, da gelobten sich Schwaben und Bretonen unverbrüchliche Treue. Man tauschte Bruderküsse und Urkunden aus, feierte die Verschwisterung über Ländergrenzen hinweg als Beitrag zur Völkerverständigung.

Barbara bittet: Geld und viel Zeit

Eine DDR-Bürgerin trifft mit ihrem 11 Monate alten Kind in der Bundesrepublik ein. Sie wurde drüben nach einem Fluchtversuch und einer dafür verbüßten Haftstrafe hierher abgeschoben.

Wer nichts wagt...

Der Pleitegeier zieht nach wie vor seine Kreise über der deutschen Wirtschaft. Wer erwartet hatte, daß nach vielen Jahren der Krise die Zahl der Unternehmenszusammenbrüche abnehmen würde, weil die große Mehrzahl der wackligen Firmen mit zu wenig Eigenkapital, veralteten Anlagen und Produkten oder schläfrigem Management schon lange aus dem Markt ausgeschieden sein müßten, sieht sich getäuscht.

Versagen kostet Geld und Ansehen

Der Europäische Rat stimmte auf seiner letzten Konferenz in Mailand einem Zeitplan der Kommission zu, nach dem alle Handelsbarrieren innerhalb der Europäischen Gemeinschaft bis 1992 abgebaut werden sollen.

Bonner Kulisse

Bremens Bürgermeister Hans Koschnick hat der umstrittenen Frühpensionierung von 1200 Berufssoldaten zugestimmt.

Weltbank: Peinlich

Die Weltbank hat im Geschäftsjahr 1984/85 den höchsten Nettogewinn aller Zeiten in ihre Scheuern gefahren – mehr als eine Milliarde Dollar.

Börsenzulassung: Bankenmonopol

Das Monopol der Kreditinstitute bei der Börsenzulassung neuer Unternehmen bleibt auch für den neu zu schaffenden „geregelten Markt“ erhalten.

Siemens: Selbstbewußt

Der Elektrokonzern Siemens demonstriert Selbstbewußtsein. Als Vorstandsvorsitzender Karlheinz Kaske gefragt wurde, ob sein Unternehmen daran interessiert sei, sich an dem amerikanischen SDI-Programm zu beteiligen, da reagierte er unverhohlen positiv, auch wenn er die Einschränkung machte, daß zunächst auf politischer Ebene entschieden werden müßte.

Gift im Öl: Recycling mit Risiko

Ginge es nach dem Leiter der Abteilung Immissionsschutz im nordrhein-westfälischen Umweltministerium, Franz Joseph Dreyhaupt, dann würde in der Bundesrepublik eine neue „Energiereserve“ angelegt.

Gift im Wein: Eiswein mit Frostschutz

Von Flensburg bis München fragten sich Kunden von Supermärkten, die meist als Urlauber auf den Geschmack gekommen waren, warum sie plötzlich keinen Wein aus dem Burgenland mehr in den Regalen fanden.

Spanien: Angst vor den Schweinen der EG

Auf den Zufahrtsstraßen nach Santiago de Compostela herrscht an jedem Mittwochnachmittag Hochbetrieb. Vor allem auf der Straße, die von La Coruna nach Santiago führt, ist an der Ortseinfahrt kein Durchkommen mehr, denn zu Hunderten drängen sich dort die Laster an der Einfahrt zum „mercado nacional de ganado“, dem Viehmarkt.

Abschied vom Revier

Der traditionelle Ruhr-Konzern Gutehoffnungshütte wird künftig von Bayern aus regiert

MANAGER UND MÄRKTE

Zwei Namensänderungen gingen im Veba-Konzern glatt über die Bühne, bei der dritten gibt es Geburtswehen. Die in Essen ansässige und bisher direkt der Konzernspitze unterstellte Veba-Glas AG erhielt ihren Traditionsnamen Ruhrzurück und Wurde der Veba-Tochter Stinnes AG zugeordnet, deren Vorstandsvorsitzender Hans-Jürgen Knauer mit dem Hohlglashersteller bestens vertraut ist: Ehe er Chef bei Stinnes wurde, war Knauer Vorstandsvorsitzender bei Veba-Glas.

ZEITRAFFER

Im Juni hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise in der Bundesrepublik verlangsamt. Die Preise für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte stiegen um 2,3 Prozent nach jeweils 2,5 Prozent im April und Mai.

Kuren: Verzicht auf Urlaub

Wer zur Kur geht, soll dafür weniger Urlaub bekommen. Das schlug letzte Woche Hans-Joachim Rohrlach vor, der Direktor der Berliner Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA).

AKTIENSELLER

Der Juni war ein besonders umsatzstarker Börsenmonat. Zu danken ist dies dem gewachsenen Interesse der Ausländer an deutschen Spitzenaktien.

Fangunion notwendig

Geldern: Nach einem Konzentrationsprozeß in der Hochseefischerei gibt es jetzt nur noch vier Reedereien, die das Geschäft betreiben.

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