ABDIEBEN,\ abstehlen, entwenden: liebe hat mir wieder bracht / was der tod mir abgediebet (Paul Fleming, 1609-1640). einem andern abgeliebet / einem andern abgediebet (Friedrich von Logau, 1604-1655).

ABERLITZ, ungewisses geschlechts und sinnes, aber uraltes wort: einer sol des andem last, bürd, weis, gebrechen und aberlitz wissen und tragen, nit negen und nagen (Sebastian Franck, 1499-1542: ,,aprichwörter“), der hat seine litzen; ich hat ein litzen zu etwas; die bedeutung von grille, albernheit eignet sich für aberlitz am meisten.

ABGELEIBT, todt, scheint – da sich kein verbum ableiben aufweisen läszt – verderbt aus dem schöneren mittelhochdeutschen abelip vitae expers. Priamus fährt wolgemut zu den abgeleibten geistern (Martin Opitz, 1597-1639). man sagt auch in einer formel: abgeleibt und abgelebt.

ABGERIPPT, costatus, von gutem rippenbau: ein wol abgeripptes pferd; eine schön abgerippte pflanze.

ABGESTALT, deformis, noch stärker als ungestalt informis: abgestalt, dürr und heszlich (Philander von Sittewald, das ist: Hans Michael Moscherosch, 1601-1669).

ABGIFT, femininum, donum, verhält sich, der form nach, zu abgabe wie gift zu gäbe, und gilt zumal bei gerichten: der Staat duldete es nicht, dasz der acker mit jährlichen abgiften zum vortheil der abgehenden kinder beschwert werde (Justus Moser, 1720-1794: „patriotische Phantasien“).

ABGURGELN, jugulare, von der gurgel stoszen, ein lied abgurgeln; einen abgurgeln, ihm die kehle abschneiden.