Die wichtigste Zeit des Jahres hat begonnen: der Urlaub. Er will gut vorbereitet sein.

Der Vater suchte die Kartentasche raus und sein Fernglas. Die Mutter bekam eine Wandertasche und festes Schuhwerk von Salamander, die Buben Polohemden. Einen Tag vor Antritt der Reise nahm die Familie Abführmittel ein, anschließend was zum Stopfen, „um ja nicht aufs Eisenbahnklo zu müssen“. Vorbereitungen auf die Ferien vor gut fünfzig Jahren, nachzulesen in Kempowskis „Tadelloser und Wolff“.

Die Ferienvorbereitungen unserer Tage haben eine andere Dimension. Sie laufen in diesen Wochen auf Hochtouren und kommen Generalstabsarbeiten für Mobilmachungen gleich. Sechs bis acht Wochen vor Antritt der Reise gilt es folgendes zu erledigen: Ausweise überprüfen; Visum beantragen; grüne Versicherungskarte besorgen; ADAC-Reiseinformationen einholen; Auslandskrankenschein bestellen; Urlaubsversicherungen abschließen; Auto zur Inspektion anmelden; ADAC-Schutzbrief besorgen; Zahnarztbesuch vereinbaren; Informationen über Reiseziele sammeln; Impfungen vornehmen lassen (auch bei Tieren).

Wir verdanken diese Checkliste einer aufmerksamen Lokalzeitung, die ganz im Dienst ihrer Leser steht. Neben einer Karte, auf der verzeichnet ist, wo und wann auf den Autobahnen Staugefahr droht, führt sie jene Liste weiter. Sie erinnert ihre Leser, was zwei bis drei Wochen, was ein bis zwei Tage vorher (Koffer packen!); was am Tag der Abreise zu beachten ist: Achtung Tiefkühltruhe! Türen und Fenster schließen. Haustiere in Pflege geben (Tag vorher). Brillenpaß besorgen (zwei Wochen vorher) – mein Gott, was ist das?

Eine dpa-Meldung weist zusätzlich darauf hin, daß das wichtigste Medikament im Reisegepäck das Mittel gegen den Durchfall sei. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Italien oder Frankreich könne der gesunde Normalurlauber von dieser Umstellungskrankheit heimgesucht werden.

Hinweise dieser Art sind feriennotwendig. Nicht nur, daß unsere Verdauung unnötigerweise aus dem Rhythmus geraten könnte. Tausende halten jährlich an den Grenzen den Verkehr auf, weil sie vergessen haben, ihren Paß zu verlängern. Und wie viele sitzen an der Algarve mit hängendem Magen rum, weil sie ihre Euroschecks daheim haben liegen lassen?