Die Weltbank hat im Geschäftsjahr 1984/85 den höchsten Nettogewinn aller Zeiten in ihre Scheuern gefahren – mehr als eine Milliarde Dollar. Sie muß noch entscheiden, wie sie den Rekordgewinn verwenden will. Fest steht jedoch schon, daß 150 Millionen Dollar direkt den ärmsten Ländern in der Sahelzone Afrikas zugute kommen sollen. Der Rest geht in die Reserven der Bank und an die IDA, die Weltbank-Tochter, die an die ärmsten Entwicklungsländern zu ganz weichen Bedingungen ausleiht.

Die Höhe des Gewinns ist peinlich. Die Weltbank handelt sich damit den Vorwurf ein, daß sie den hohen Gewinn nur erzielen konnte, weil sie den Entwicklungsländern mehr Geld abgeknöpft hat als nötig wäre, daß sie sich auf Kosten der Ärmsten bereichert habe.

Doch der Vorwurf ist falsch. Der Gewinn stammt im wesentlichen aus der Anlage ihrer liquiden Mittel von achtzehn Milliarden Dollar. Sie waren deshalb so hoch, weil die Bank mehr Gelder auf den Märkten aufgenommen hatte, als sie für Kreditzwecke brauchte. Zu dieser Vorsorgepolitik hatte sie sich entschlossen, weil die Zinsen niedrig waren. Sie rechnete damit, daß sie wieder anziehen werden. R. H.