Wer mehr Kredit erhält, als er braucht, erhöht noch seine Kreditwürdigkeit, auch international. Insofern steckt in der Heraufsetzung des „Swing“ weit über das Maß hinaus, das Umfang und Struktur des innerdeutschen Handels nahelegen, auch ein politisches Zugeständnis an die DDR. Aber wie es sich so fügt, erfüllt Ost-Berlin auch einen dringenden Bonner Wunsch: Das Schlupfloch, durch das immer mehr Asylanten besonders aus Südasien nach West-Berlin kamen, wird verstopft.

Dennoch sind die jüngsten deutsch-deutschen Ereignisse keine Bestätigung für jene Krämer, die ein geradezu buchhalterisches do ut des verlangen. Vielmehr geht es darum, einen Spielraum zu erhalten, in dem Gespräche hier Gespräche dort beeinflussen – handle es sich nun um die Ausweitung von Reisemöglichkeiten, um Autobahnerneuerung oder Umweltschutz. Dann ergibt es sich auch, daß ehemalige DDR-Bürger, wie jetzt beim sogenannten nichtkommerziellen Zahlungsverkehr, von ihren zurückgelassenen Guthaben besser Gebrauch machen können als bisher.

Bewegliches Vorgehen empfiehlt sich um so mehr, als die weltpolitischen Rahmenbedingungen, nicht zuletzt durch die Haltung Moskaus, schon verfestigt genug sind. Da bringt starres Fingerhakeln und stures Aufrechnen erst recht nichts. Bonn und Ost-Berlin haben dies beherzigt – zum beiderseitigen Vorteil. c.-c. k.