Wir sind alle Gartenzwerge

Das Ladenkollektiv der Darmstädter Georg-Büchner-Buchhandlung veranstaltete kürzlich ein Symposium über Gartenzwerge. Die taz, die gierig jeden kulturellen Trend registriert, protokolliert auf einer ganzen Seite genüßlich die Diskussion. Der Experte W. G. Cassel hat danach folgendes ausgeführt: „Als erstes war mir der Zwerg Kampfobjekt gegen Bürgerbevormundung, deswegen nahm ich Inn aus dem Arbeitergarten! Ab 1964 kämpfte ich mit dem Zwerg gegen Umweltverschmutzung, gegen Autoabgase beispielsweise, mit Aktionen, Happenings, usw. Dann begriff ich den Barock-Zwerg, den Hofnarren, als Gesellschaftskritiker...’ Zwischenruf: ‚Schon falsch! Die sind als Krüppel in den Garten gekommen und nicht als Kritiker!‘ Cassel fuhr fort: ‚Dann kam ich dazu, mit C. G. Jung die Zwerge 1. als eine der Archetypen und 2. als ältesten Archetypus zu begreifen. Sie sind ein internationales Symbol. Der Gartenzwerg ist Realität. Wir sind alle Gartenzwerge.‘“

Mein Täubchen

Welches ist die Rechtsgrundlage für das behördliche Töten von Tauben? wollte der Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Michael Herrmann (GAL) wissen. Der Senat antwortete ihm: „In allen größeren Städten der Bundesrepublik hat das Überhandnehmen von verwilderten Haustauben (Stadttauben) zu Problemen geführt. Ursache dafür ist der Überfluß an Nahrungsmitteln in Verbindung mit guten Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten. Das Bundesgesundheitsamt hat im Hinblick auf eine Minderung der Taubenpopulation in Großstädten festgestellt, daß eine planmäßige unter Aufsicht durchgeführte Dezimierung der Großstadttauben sowohl aus seuchen- als auch aus umwelthygienischen Gründen eine Notwendigkeit ist, die auch von Seiten des Tierschutzes nicht in Zweifel gezogen werden kann. Nach Auffassung des Senats können Maßnahmen gegen verwilderte Haustauben allerdings nicht auf das Bundes-Seuchengesetz gestützt werden, da es sich dabei nicht um tierische Schädlinge im Sinne dieser Vorschrift handelt. Die Taubenbekämpfungsaktionen werden daher mangels einer speziellen Rechtsgrundlage nach dem Gesetz zum Schutz der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (SOG) durchgeführt.“

Schließlich wollte der Abgeordnete wissen, ob Tauben „Schädlinge“ sind oder „Lästlinge“? Antwort des Senats: „Je nach den Umständen des Einzelfalls werden die verwilderten Haustauben als Schädlinge, wenn es im Einzelfall um die Verhinderung von Schäden an Bauwerken und Material geht, oder als Lästlinge im Hinblick auf Lärmbelästigung, Verschmutzung oder Behinderung bekämpft.“

Jetzt wissen wir’s.