Der Vater der „Sea Cloud“, Hartmut Paschburg, hat ein neues Luxus-Kreuzfahrtschiff geschaffen, die „Atlantis“.

Der sagenhafte Kontinent von Atlantis versank einst in der See und ging, vermutlich, im Atlantik unter. Als Passagier auf dem gleichnamigen Segelschiff indes braucht man vor diesem Schicksal wenig Angst zu haben. Denn die „Atlantis“, das neue Kreuzfahrtschiff unter Segeln, ist außergewöhnlich sicher. Sie hat nicht nur Klasse, sondern davon gleich zwei: Der Germanische Lloyd erteilte der „Atlantis“ eine Sicherheitsklasse als Passagierschiff (100 A 4) und eine als Segelschiff.

Die insgesamt 36 Gäste können also beruhigt in den komfortablen Zweibett-Kammern schlafen. Die Außenhaut ist stellenweise zwanzig Millimeter dick und, das versteht sich, aus bestem Schiffbaustahl. „Das ist schon ein wahrer Panzer“, meint dazu Hartmut Paschburg. Er ist Kapitän und Miteigner der „Atlantis“, die bis Mitte der siebziger Jahre noch „Elbe II“ hieß und als Feuerschiff in der Elbemündung einen rauhen Dienst versah. Ersetzt wurde sie dann vom Leuchtturm „Großer Vogelsand“ und diente fortan der Hamburger Hafenfeuerwehr als Übungsschiff. Vor zwei Jahren erstand Paschburg das im Jahre 1904 gebaute Schiff und machte daraus ein außergewöhnliches Kreuzfahrtschiff für die wachsende Klientel der Windjammerfreunde.

Die als Barkentine getakelte „Atlantis“ ist, mit einer Länge von 58 Metern über alles und einer Verdrängung von rund 365 Bruttoregistertonnen, ein ausgesprochen kleiner Kreuzfahrer, nicht größer als so manch eine Privatyacht. Klein aber fein ist wohl auch das Motto, denn auf den Komfort eines „ausgewachsenen“ Kreuzfahrers muß der „Atlantis“-Gast nicht verzichten. Alle Kabinen – es gibt übrigens nur Außenkabinen – sind ausgestattet mit Farb-TV, Minibar, Telephon und Klimaanlage. Neben anderer modernster Navigationselektronik verfügt die „Atlantis“ auch über eine komplette Satellitenstation für weltweiten Empfang von Telex, Telephon und Fernsehen.

Der „Atlantis“-Gast kann, sofern er dies möchte, den Alltag der insgesamt 16köpfigen Crew hautnah miterleben, denn auch auf der Brücke ist er stets willkommen.

Zu ihrem ersten Törn mit Passagieren an Bord wird die „Atlantis“ am 27. Juli aus Kopenhagen auslaufen. Ziel ist die Welt der gewaltigen Fjorde an Norwegens Westküste. Dann wird die „Atlantis“ bereits umfangreiche Probefahrten auf der Elbe und der Ostsee hinter sich haben.

In weiteren ein- und zweiwöchigen Törns segelt sie dann über Guernsey, die Bretagne und Lissabon in das Mittelmeer, wo sie bis Anfang November zwischen Italien, Griechenland und der Türkei kreuzen wird. Dann geht es über den Atlantik in die Karibik, wo von Martinique aus ein- und zweiwöchige Reisen in den Kleinen Antillen gesegelt werden – über Weihnachten und Neujahr bis nach Grenada und Trinidad. Die Kosten inklusive An- und Abreise im Linienflug liegen pro Person für einen Acnt-Tage-Törn bei etwa 2500 Mark. Der Transatlantik-Trip vom 16. bis 30. November kostet 3500 Mark, die Karibiktörns 2660 Mark, die Weihnachts- und Neujahrsreise vom 21. 12. 85 bis zum 4. 1. 86 5320 Mark. Eingeschlossen sind neben der Unterbringung an Bord natürlich Vollpension und die freie Nutzung aller Bordeinrichtungen.

Reisen auf der „Atlantis“ können bei Seetours über die entsprechenden Reisebüros gebucht werden oder direkt bei den „Atlantis“-Reedern: Tallship Cruises Ltd. of Suva, Fiji, c/o Postfach 50 15 02, 2000 Hamburg 50. Detlev Jens