Es ist zwar noch eine Weile hin, bis Familienminister Heiner Geißler sein Ressort an den Nagel hängt, um sich ganz auf seine Funktion als CDU-Generalsekretär und auf die Vorbereitung der Bundestagswahl 1987 zu konzentrieren, die Spekulationen um seine Nachfolge reißen dennoch nicht ab.

Die Professorin Ursula Männle kommt nicht in Frage, weil sie aus der CSU stammt. Der Bundeskanzler aber braucht jemanden aus den CDU-Reihen, weil ansonsten der Parteienproporz durcheinander käme und dann womöglich doch eine größere Kabinettsumbildung unausweichlich wäre.

Renate Hedwig, die frühere Staatssekretärin im rheinlandpfälzischen Sozialministerium, hätten viele für eine sehr gute Wahl gehalten. Doch gilt sie als zu selbstbewußt, was im Kohl-Kabinett der Männerdominanz nicht besonders gern gesehen ist.

Helga Wex ist beim Bundeskanzler wegen ihrer intellektuellen Art nicht gerade beliebt. Und wer sie gut kennt, kann sich auch nicht vorstellen, daß sie unter Helmut Kohl dienen möchte.

So konzentrieren sich nun die Gerüchte auf Irmgard Karwatzki, die als Parlamentarische Staatssekretärin unter und neben Heiner Geißler gute Sacharbeit geleistet hat. Die gelernte Sozialarbeiterin hat allerdings einen „Makel“. Sie ist nicht verheiratet, was sie jedoch, abgesehen von Helga Wex, mit den übrigen Bewerberinnen gemeinsam hat.

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Einen guten Abgang aus dem Ministeramt hatte Heiner Geißler sich mit dem Gesetz über Erziehungsurlaub und Arbeitsplatzgarantie verschaffen wollen. Und das schien ihm trotz vieler Widrigkeiten nun doch noch zu gelingen. Denn nach langem Hin und Her gab die FDP jetzt ihre Zustimmung.