Im Jahr 1984 reisten 3,97 Millionen Deutsche per Charterflug in den Urlaub. Was für Leute das sind, hat der Starnberger Studienkreis für Tourismus untersucht.

Das Odium der siebziger Jahre schwindet dahin. Die Charterflieger, lange bemäkelt als Carrier mit „schlechtem Service“ und „langer Wartezeit bei der Abfertigung“, steigen unaufhaltsam in der Gunst deutscher Urlauber.

Jetzt, stellte der Starnberger Studienkreis für Tourismus in seiner Reiseanalyse 1984 fest, findet das Kriterium „preiswert“ immer mehr Anerkennung: 13,7 Prozent aller Touristen flogen im vergangenen Jahr per Charter an ihren Ferienort. Das sind 2,6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Überrundet wurde damit auch die Bahn als Verkehrsmittel für die Haupturlaubsreise – sie nahmen 1984 nur mehr 11,1 Prozent der Reisenden in Anspruch. Das private Auto bleibt allerdings uneinholbar vorn.

Eine Typologie der Charter-Klientel hat jüngst Das Reisebüro, eine Informationsschrift des Deutschen Reisebüro-Verbandes, veröffentlicht. Die Untersuchung stammt von einem Experten der GfK-Marktforschung, die für den Studienkreis alljährlich die Reiseanalyse durchführt.

Danach weisen die Daten zur Altersstruktur die Charterflieger als relativ junge Leute aus, knapp die Hälfte ist zwischen 20 und 40 Jahre alt. Die Gesamtheit der Reisenden bringt es in diesen Altersklassen auf nur 33 Prozent.

Gemessen an Einkommen, Bildung und Beruf rekrutieren sich 30 Prozent der Charter-Touristen aus der Mittelschicht, jeweils 25 Prozent gehören zur nächsthöheren und zur Upper Class. Die oftmals ausgesprochene Sentenz „Die Reichen in die feine Linie, die Armen in den vollen Charter“ hält die Meinungsforschung für eine Unterstellung. Daß die Hochverdiener eher zum Linienflug neigen, liegt daran, daß exklusive und teure Ziele in der Regel nur mit Linie zu erreichen sind.