Pflanzenzüchtung: Agrobaeterium rhizogenes, ein Bodenlebewesen, das normalerweise bei bestimmten Pflanzen ein krankhaftes Wurzelwachstum verursacht, könnte sich für Gewächse aus Trockengebieten durchaus als nützlich erweisen. Eine amerikanisch-israelische Wissenschaftlergruppe hatte junge Mandelbäume mit dem Bakterium infiziert und beobachtet, daß die Schößlinge weit schneller wuchsen als uninfizierte Vergleichspflanzen. Den Ergebnissen der Biochemiker zufolge, überträgt das Bakterium ein Stück seiner eigenen Erbmasse auf die Pflanze. Dieses Gen stimuliert die Produktion eines Hormons, das seinerseits die Feinwurzelentwicklung anregt. Mehr Wurzelmasse aber bedeutet eine verbesserte Wasseraufnahme und letztlich eine bessere Trockenresistenz. Der Effekt stellte sich bisher aber nur bei zweikeimblättrigen Pflanzen ein. Einkeimblättrige – zu denen beispielsweise alle Getreidearten gehören – besitzen offenbar eine natürliche Barriere gegen die Bakterien-Infektion. Die Forscher glauben allerdings, daß sie unter der Vielzahl der natürlichen Rhizogenes-Varianten geeignete Arten finden können, die auch die wichtigsten Nutzpflanzen zu einem stärkeren Wurzelwachstum anregen.

Solarenergie: Sonnenlicht läßt sich mit herkömmlichen Solarzellen bislang nur in geringem Umfang in elektrische Energie umwandeln. Bei konventionellen Sonnenkollektoren aus Silizium-Kristallen regen Lichtteilchen (Photonen) die Elektronen im Silizium-Atom derart an, daß sie ihre angestammten Kreisbahnen um den Atomkern verlassen. Viele Photonen erzeugen so eine Elektronenwanderung – einen Stromfluß. Doch selbst energiereiche Photonen können auf die Elektronen immer nur eine genau definierte Energiemenge übertragen – nicht mehr und nicht weniger. Der Überschuß an Photonenaktivität geht dann immer in Form von Wärme verloren. Mit einer neuen Art von Halbleiter-Elementen aus Gallium, Arsen und Aluminium wollen jetzt Wissenschaftler des Sonnenenergie-Forschungszentrums im amerikanischen Bundesstaat Colorado diese Verschwendung verhindern. In den dünnen Halbleiterplättchen könnten Photonen mit unterschiedlicher Aktivität die Elektronen um viele, verschieden hohe Energiebeträge anregen. So ließe sich ein weit größerer Teil der Lichtenergie nutzen.

Riesenschweine: Amerikanische Reproduktionsbiologen haben menschliche Wachstumshormon-Gene in Zellkerne von befruchteten Kaninchen-, Schweine- und Schafseizellen injiziert. Von 500 ausgetragenen Versuchstieren wuchsen 28 Kaninchen, 20 Schweine und ein Schaf heran, die das Human-Gen in ihre eigenen Erbsubstanz aufgenommen hatten. Bisher waren derartige Versuche an der Winzigkeit der tierischen Eizellen gescheitert. Mit einer neuartigen Technik gelang es dem Molekularbiologen Richard Palmiter von der Universität in Washington einen „Miniaturtropfen“ von weniger als einem zehnmillionstel. Milliliter Flüssigkeit und damit ein paar Kopien des Wachstumshormon-Gens in die befruchtete Eizelle einzuspritzen. Trotzdem funktionierte das Sciencefiction-Experiment nur zur Hälfte. Zwar integrierten einige Tiere das Human-Gen in ihren Zellkern, produzierten zum Teil sogar das Hormon – wuchsen aber nicht größer als die Vergleichstiere. Offenbar hängt die korrekte Hormonproduktion entscheidend davon ab, an welcher Stelle im Chromosom das Fremd-Gen aufgenommen wird. Dieser genaue Ort läßt sich bisher nicht vorausbestimmen. Sollte sich aber durch einen Zufall bei einem der Versuchstiere das Gen am rechten Ort angesiedelt haben und sich auch auf die Keimzellen und damit auf die nächsten Generationen vererben, wäre der Weg frei für eine neue Population von Riesenkaninchen und Riesenschweinen.