Der IG Metall scheint es an der Fähigkeit zur Freude zu mangeln. Die Autoindustrie habe die Qualität ihrer Produkte in den vergangenen Jahren so gesteigert, daß die Reparaturanfälligkeit der Fahrzeuge immer geringer, die Wartungsintervalle länger geworden sind, heißt es in der Funktionärszeitschrift Gewerkschafter. Nennenswerter Ersatzbedarf trete erst nach fünf bis sechs Jahren auf, wird dann fast anklagend festgestellt. Das führe „zu einem rapiden Arbeitsplatzabbau“ in den Kfz-Reparaturwerkstätten.

Vor einigen Jahren mußte sich die Industrie noch mit dem Vorwurf des „geplanten Verschleißes“ herumschlagen. Kritiker warfen ihr vor, heimlich „Sollbruchstellen“ in ihre Produkte einzubauen. Damit wolle sie die Kunden nach einer gewissen Zeit zum Kauf neuer Geräte zwingen. Jetzt läßt sich aus den Mitteilungen der IG Metall so etwas wie „geplante Arbeitsplatzvernichtung“ herauslesen.

Die IG Metall wird sonst nicht müde zu behaupten, daß die Arbeitnehmer auf keine Mark verzichten können, ohne in Not und Elend zu geraten. Deshalb müßte sie es eigentlich freudig begrüßen, wenn ihre Mitglieder nun gleich Hunderte von Mark sparen, statt sie für überflüssige Reparaturen zu verschwenden. Übrigens: Wenn sie das Geld an anderer Stelle sinnvoller ausgeben können, schafft das dort neue Arbeitsplätze. mj