BEET, neutrum, areola, nichts anders als bett und nur für die bedeutung des im feld und garten erhöht bearbeiteten bodens durch abweichende Schreibung unterschieden; althochdeutsch schrieb man petti, areola, wurzpetti, gartenbette, krautbette, so dasz beet erst eine erfindung des 17., 18. Jahrhunderts ist. Wenn bei Hans von Schweinichen (1552-1616) beet einigemal als maszbestimmung verwendet wird: drei bete breit vom klepper wegfallen ... so weisz man, wie bei diesem schriftsteller insgemein, nicht, was dessen herausgeber an der Schreibung ohne verstand geändert hat. Gryphius (1616-1664) aber verwendet beet zum reim auf seet: wo find ich mich? hier sind die beet, / die in den schwangern schosz verstecken, / was dessen milde faust ausseet, / der todt und leichen auf kan wecken ... was auf gedehnte ausspräche schlieszen läszt.

BEETE, femininum, beta vulgaris, französisch bette, italienisch bieta, angelsächsisch bete, englisch beet, ein fremdes wort, dessen hochdeutsche gestalt beesz, biesze erforderte, gewöhnlich aber heiszt es auf hochdeutsch mit schönerem namen mangold.

EIMER, masculinum, situla, amphora, urna, althochdeutsch einpar, eimpar, eimber, mit dem plural eimpir, eimpri, was alles auf ein neutrum führt... ein rundes gefäsz... ein masz für getränk und flüssigkeiten: ein eimer bier, wein, honig; denn zehen acker Weinberges sollen nur einen eimer geben (Bibel).

ELLE, femininum, ulna, gothisch, aleina, althochdeutsch, elna, mittelhochdeutsch eline, eine, elle, englisch ell, dänisch alen. da die masze ausgehen von arm, hand, fingern oder fusz, so musz aleina, ein, eile zuerst, gleich den lateinischen und griechischen Wörtern, auch den leiblichen unterarm bedeutet haben und von da auf das masz erstreckt worden sein, frühe verwöhnte man sich aber ellenboge, was eigentlich nur die biegung des Unterarms ausdrückt, für diesen selbst anzuwenden und dem einfachen elle lediglich die bezeichnung des maszes zu lassen, elle dient häufig für angaben der länge, breite, dicke weite, hohe und tiefe: funfzehen eilen hoch gieng das gewesser über die berge (1. Buch Mosis); da trat erfür ein rise mit namen Goliath, sechs eilen und einer handbreit hoch (1. Buch Samuel).

FADEM, masculinum, filum, althochdeutsch fadum, mittelhochdeutsch vadem, englisch fathom, schwedisch famn, dänisch favn. aus der einigung dieser scheinbar abstehenden bedeutungen ergibt sich aufschlusz über die wurzel, welche keine andere sein kann als fahan = fangen, arme umfahen, schlieszen an den busen, die elle, ein theil des arms, umfängt, miszt das gewand, ebenso thut der faden, die alte volle form fadem begegnet noch hin und wieder: wan ein muck oder flieg in ein spinnweb kummet, so sie dann in den feamen behangt (Johann Geiler von Keisersberg, 1445-1510).

FADEN, masculinum, filum. das n in faden verhält sich wie das von boden, busen. der plural lautet heute fäden, doch hin und wieder faden, als masz der tiefe, höhe, länge vergleiche die Vorstellung des umfassens. eigentlich und ursprünglich war faden so viel als ein mann mit ausgestreckten armen umfangen kann: ein faden holz, man sagt holz in faden setzen; der brunne ist zwölf faden tief, das nautische längenmasz weicht (1862) vielfach ab, der englische fathom hält sechs fusz, der französische fünf pieds du roi, der deutsche zwischen fünf und sechs.

FUDER, neutrum, vehes, eine wagenlast, so viel, als auf einen zweispännigen wagen geladen werden kann, althochdeutsch fuoair, englisch fodder, fother als bestimmtes masz in bergwerken. das wort ist abgeleitet von der präteritalform eines verlornen starken verbums, welches althochdeutsch fadan gelautet haben musz und umfassen, umschlieszen bedeutet haben dürfte, das wort steht im ursprünglichen sinne: man fährt, was eszbar ist, gans, ente, truthahn, schneppe, / kaninchen, rebhuhn und fasan, / rindszungen, Schinken, bretzeln, wecken / und würste aller art zu ganzen fudern an (Christoph Martin Wieland, 1733-1813). sprichwörtliche redensart: es erstickt kein maus unter einem fuder hew. in manchen gebenden ein wiesenmasz, um eine wiesenfläche zu bezeichnen, deren ertrag an heu eine Wagenladung ausmacht: eine wiese von drei rudern, auch grösztes masz an flüssigkeiten. in der meisznischen mundart so viel als man auf einmal in den mund stecken, auf die gabel nehmen kann, ein mundvoll, fast häufiger aber hört man in diesem sinne das diminutiv: füderchen. ein füderchen brot, ein füderchen kuchen.