Am kommenden Mittwoch werden Niedersachsens Wirtschaftsminister Birgit Breuel, und Herbert C. Lewinsky, Chef der Mobil Oil, über das Schicksal der Mobil-Raffinerie in Wilhelmshaven diskutieren. Ungewöhnlich daran: Das Fernsehen überträgt die Debatte live in einigen dritten Programmen. Doch wichtiger als der Schaukampf vor den Kameras sind die diskreten Verhandlungen hinter den Kulissen. Dort wird entschieden, was aus der Ende März stillgelegten Raffinerie nun wird.

Anscheinend sind die hartnäckigen Rettungsversuche von Birgit Breuel nicht mehr ganz aussichtslos. Denn an diesem Donnerstag hat die niedersächsische Landesregierung mit Mobil über den Verkauf der Raffinerie verhandelt. Bisher war es nur um einen Nutzungsvertrag gegangen, den Mobil Oil strikt abgelehnt hat. Die deutsche Ölindustrie kann also keineswegs sicher sein, die nach ihrer Meinung überflüssige Raffinerie an der Küste endgültig auszuschalten. Wenn Mobil einen fairen Preis akzeptiert, hofft das Wirtschaftsministerium in Hannover, einen Käufer aufzutreiben. Dabei kommt offenbar nicht nur die vom Land Niedersachsen gegründete und beherrschte German Oil in Betracht.

Die German Oil hat schon überaus vorteilhafte Öllieferverträge mit dem Iran abgeschlossen, die das gesamte wirtschaftliche Risiko auf den Partner im Nahen Osten abwälzen. Die Raffinerie in Wilhelmshaven könnte also rentabel arbeiten, solange der Iran mitspielt. Die deutschen Ölfirmen, deren Raffinerien seit Jahren große Verluste machen, wollen sich natürlich einen Konkurrenten vom Halse halten, der mit Kampfpreisen in den Markt drängen würde. Wohl deshalb, so vermutet die Landesregierung, suchten zwei deutsche Ölfirmen im Iran die guten Kontakte zwischen German Oil und der iranischen Regierung zu stören.

Auf Nummer Sicher gehen will der größte deutsche Elektrokonzern Siemens bei der Entwicklung elektronischer Speicherbausteine mit einem und vier Megabit (eine und vier Millionen Speicherstellen auf einem Chip). Um das rund 1,7 Milliarden Mark teure „Megaprojekt“ zu beschleunigen, hat Siemens jetzt mit dem japanischen Konkurrenten Toshiba ein Abkommen geschlossen, wonach beide Konzerne Know-how und Patentlizenzen auf dem Gebiet der integrierten Halbleiterschaltungen austauschen wollen.

Anfang des Jahres hat Siemens-Chef Karlheinz Kaske gesagt, daß sein Unternehmen noch um etwa ein halbes Jahr hinter den Japanern herhinke. Wenn in zwei Jahren Chips mit vier Megabit in Serie gehen, werde man aber, so Kaske, diesen Vorsprung aufgeholt haben. Um dieses Ziel auf keinen; Fall zu verfehlen, kooperiert Siemens mit Toshiba. Ein japanisches Unternehmen soll also Siemens helfen, mit der japanischen Konkurrenz gleichzuziehen.

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Mit einer sogenannten Ministererlaubnis will die Rheinmetall Berlin AG (Umsatz: 2,64 Milliarden Mark) erreichen, daß sie die 1979 erworbene Mehrheit von 57 Prozent an der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) behalten darf. Das Bundeskartellamt hatte diesen Erwerb untersagt, der Bundesgerichtshof hat diese Entscheidung bestätigt.