Du kannst den Kuchen nicht essen und ihn trotzdem behalten“, sagen die Engländer. Die deutsche Regierung will es dennoch versuchen. Sie will die Deutsche Lufthansa teilprivatisieren und dabei gleichzeitig Privatisierungsgegnern wie dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß gerecht werden.

Der Trick: Eine Holding-Gesellschaft soll ein Aktienpaket übernehmen, das groß genug ist zu verhindern, daß ein Privatmann, vor allem kein Ausländer, sich eine Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent zusammenkaufen kann, die ihm ein entscheidendes Mitspracherecht über das Unternehmen gäbe. Die Holding soll von deutschen Unternehmen gebildet werden, die über ihre Anteile jedoch nicht ohne Zustimmung der Gesellschaft verfügen können.

Keine der Grundsatzfragen ist damit beantwortet, etwa: Warum soll sich der Staat aus ideologischen Gründen von rentablen Betrieben trennen, die Luschen aber behalten? Oder: Kann sich der Staat aus der Verkehrswirtschaft mit ihren komplizierten Mechanismen zurückziehen, ohne Schaden zu stiften? Solch eine Lösung dient nur dazu, den Streit um die Lufthansa-Privatisierung beizulegen, ohne daß Befürworter oder Gegner ihr Gesicht verlieren. Sie sind reine Augenwischerei. hm