Zaubern müßte man können!“ In München kann man es zumindest lernen, in einer richtigen Zauberschule, geleitet von Ober-Magier Harold Voit. Zwei oder vier Semester dauert so eine Zauberlehre. Das Lehrgeld pro Halbjahr beträgt 700 Mark.

Wer erst mal nur schnuppern will, sollte bescheiden anfangen. Zum Beispiel mit ein paar Kartenkunststücken aus dem Zauberstudio von Harold Voit, einem Supermarkt für Tricks und Täuschungen. Vorführung und Anleitung sind inklusive. Ein „billiger“ Trick ist der „Kongreß-Trick“. Für 12,80 Mark bekommt man 19 Spezial-Spielkarten und einen Zettel mit der Geschichte um einen verschwundenen Zylinder. „So eine Begleitstory ist von großer psychologischer Bedeutung“, läßt sich Harold Voit entlocken, „von ihr hängt der ganze Zauber ab.“ Die Kunst besteht nämlich nicht zuletzt darin, die Zuschauer im richtigen Moment in die Irre zu führen, ihren Blick von der Stelle wegzulocken, wo getrickst wird.

Einfache Kniffe lassen sich schnell lernen, aber bis ein Zauberkunststück zum Wunder wird, dauert’s etwas länger. Übung macht auch hier den Meister. Für Leute, die zum langen Trainieren keine Zeit oder Lust haben, gibt’s im Zauberstudio kleine Requisiten zu kaufen, für die kein großes Fingerspitzengefühl nötig ist, die aber Effekt versprechen.

Im Angebot ist unter anderem eine Geldmaschine: Aus einem Schein mach’ zwei! Reizvoll ist auch das Löffelset à la Uri Geller, und das „Chinesische Briefkuvert“, dessen Besitzer in der Lage ist, die Gedanken anderer zu beeinflussen.

Wie, das darf leider nicht verraten werden. Geheimhaltung ist nämlich für Harold Voit und seine Kollegen auf der Bühne eine Sache des Überlebens. Um auch bei der Kundschaft sicher zu gehen, liegen im Zauberstudio Formulare bereit, auf denen Besucher erst einmal ihre Unterschrift unter eine Schweigeerklärung setzen müssen, bevor sie in die Geheimnisse der Schwarzen Magie eingeweiht werden.

Andrea Hauner

Die Zauberzentrale (Camerloherstraße 72, 8000 München 21, Tel. (0 89) 56 64 72 ist Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr, sowie an jedem ersten Samstag im Monat von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Semesterbeginn für die Kurse ist Ende September/Anfang Oktober.