Eine Absage an eine Ausweitung der Staatsausgaben zur Ankurbelung der Konjunktur erteilt – wenn auch indirekt – die Deutsche Bundesbank in ihrem jüngsten Monatsbericht: Die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden müssen „weiter eng begrenzt“ bleiben, schreibt die Bundesbank. Gleichzeitig sollen die Gebietskörperschaften an ihrem Kurs festhalten, die Haushaltsdefizite zu reduzieren. Die Notenbank weist darauf hin, daß sich zwar die Defizite der Gebietskörperschaften 1985 nochmals verringern, „mit reichlich zwei Prozent des Sozialprodukts aber immer noch höher sein werden, als dies seit längerem in der mittelfristigen Finanzplanung angestrebt wird“.

Auch bei einer weiteren Abwertung des Dollars wird nach Ansicht von Helmut Schlesinger, dem Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank, die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Exportwirtschaft nicht getroffen. Die zweistelligen Zuwachsraten der deutschen Lieferungen ins europäische Ausland im Jahr 1984 und im ersten Halbjahr 1985 zeigten, daß die hiesige Wirtschaft nicht wirklich auf Währungsvorteile angewiesen sei. Insgesamt dürften die Exporte im ersten Halbjahr 1985 um dreißig Prozent höher gelegen haben als zwei Jahre zuvor, als der Aufschwung begann.

Der Stromverbrauch in der Bundesrepublik ist 1984 deutlich gestiegen. Aus dem Netz der öffentlichen Versorgung flossen nach Mitteilung der Elektrizitätswerke 317 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit lag der Zuwachs erheblich über dem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent.