Edles schätzt der Mensch als hilfreiches Gut. Speziell, wenn es um den Urlaub geht, macht sich der Drang zum Höheren immer kräftiger bemerkbar. Die Geschäfte mit dem Allerfeinsten florieren. Die nobelsten Hotels, die exklusiven Traumschiffe und -inseln, alle First-class-Flugzeuge für Reisen um die Erde sind ständig bestens gebucht, immer neue Superlative lassen sich die Tourismus-Manager einfallen, um an der Sucht nach Verrücktem und Exzentrischem mitzuverdienen.

Die Luxus-Palette wird denn auch immer bunter. Bis in die tiefste Provinz ist der Tanz ums

Außergewöhnliche schon vorgedrungen.

Selbst der Wirt des Silence-Hotels Landgasthof Hirsch in Ebni-Ebnisee mit sich etwas ausgedacht, um die Wohlbetuchten in den schwäbischen Wald zu locken. Mit glitzerndem Chrom will der Hotelier die Landschaft veredeln. Sein Haus vermietet „Luxus-Limousinen für ein paar schöne Urlaubsstunden“. Im weißen „Mercedes Cabrio 300 mit roten Ledersitzen, Baujahr 1952“ oder in einem Rolls-Royce von Anno 1936 können sich die Gäste von einem „livrierten Chauffeur“ stilvoll durch die Gegend kutschieren lassen.

Der astronomische Mietpreis für die Statuskarossen – 500 Mark für drei Stunden und fünfzig Kilometer – dürfte die Gelüste auf fashionables Fahren kaum dämpfen. Im Gegenteil: Manch einer, der unaufhaltsam nach dem Elitären strebt, hält erst das für gut, was sündhaft teuer ist. iso