„Falsche Propheten“ eines Lehrermangels in den 90er Jahren hat der baden-württembergische Kultusminister Gerhard Mayer-Vorfelder jetzt in die Schranken verwiesen. Solche „Ammenmärchen“ Unbelehrbarer, die immer wieder ihre alten Fehler wiederholten, führten nur dazu, daß junge Leute weiter „in die Arbeitslosigkeit hineinstudierten“. Der drastische Schülerrückgang bis über das Jahr 2000 hinaus lasse für die Zukunft keine besseren Chancen erwarten.

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Chorsingen, aber nicht vorsingen sollen bayerische Schüler nach dem Willen der Eltern. Sie fürchten, erzwungene Soli vor versammelter Klasse könnten Kinder allzu leicht als „musikalische Trottel“ hinstellen. Gemeinsam sind wir nicht nur lauter, sondern auch stärker.

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Vor Panikmache bei schlechten Zeugnissen warnt Hessens Kultusminister Karl Schneider. Vielmehr seien „gelassene und sachliche Reaktionen“ am Platze. Die Überbewertung von Noten im Elternhaus führe nicht selten zu schrecklichen Verzweiflungstaten. Der Minister schließt sich dem Rat erfahrener Pädagogen und Psychologen an, die „Lob für gute Leistungen, nicht aber Strafen für schlechte Noten als richtige Reaktionen bezeichnen“. Im Notfall helfen übrigens in verschiedenen Städten der Bundesrepublik die Sorgentelephone des Kinderschutzbundes.

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Eine dicke Rüge erteilte Bayerns Kultusminister Hans Maier den deutschen Zeitungsmachern: Wenn die Schüler täglich fehlerhafte Texte zu lesen bekämen, sei die Erziehung zum richtigen Schreiben „nahezu aussichtslos“. Verstöße gegen die Regeln der Silbentrennung und Rechtschreibung hatte er vor allem in den Tageszeitungen und Wochenblättern registriert, die mit neuen Satztechniken produziert werden. Von einer Zeitung hat der Minister bereits Rückmeldung erhalten. Die Redaktion der Augsburger Allgemeinen schob die Schuld dem Computer zu, der so schlecht sei, daß man ihn nicht einmal in eine bayerische Schule zum Üben schicken könnte. Maier will jetzt übrigens mit seinen Minister-Kollegen aus den anderen Bundesländern überlegen, wie man dem „negativen Einfluß moderner Druckerzeugnisse auf Schule und Unterricht“ begegnen könnte.