Saurer Regen: Einen Nutzeffekt des sauren Regens haben Meeresforscher der Universität von North Carolina ausgemacht. Die Niederschläge nämlich, die bereits einen großen Teil der Fischpopulation in skandinavischen und nordamerikanischen Seen ausgerottet haben, werden im Meerwasser sofort neutralisiert. Die herabgeregneten Stickoxide versorgen dann das mikroskopisch kleine Phytoplankton – das erste Glied der marinen Nahrungskette – mit lebensnotwendigen Nährstoffen. In wichtigen Fischfanggebieten vor stark industrialisierten Küsten, wie in dem Untersuchungsgebiet an der amerikanischen Atlantikküste, aber auch in England, China, Japan oder Korea könnte der saure Regen so die Fangerträge steigern. Der Bericht in dem britischen Fachblatt nature erläutert freilich nicht, wie gewährleistet werden soll, daß sich in den Abgasen lediglich „Nährstoffe“ anreichern, und daß die lebensspendenden Niederschläge allein auf hoher See abregnen.

Organtransplantation: Noch in diesem Jahr soll bei Organtransplantationen am Beth Israel Hospital im amerikanischen Massachusetts eine neue Methode erprobt werden, die eine Abstoßung des Transplantates verhindern soll. Normalerweise schütten bestimmte Zellen der körpereigenen Abwehr, die sogenannten T-Lymphozyten, nach einem ersten Kontakt mit fremdem Gewebe einen Botenstoff (Interleukin 2) aus. IL 2, wie die Substanz kurz genannt wird, regt andere T-Zellen zum Wachstum und zur Vermehrung an. Seine Wirkung entfaltet der Botenstoff an spezifischen Erkennungsstrukturen (Rezeptoren) auf der Oberfläche der Lymphozyten. Genau dort wollen die amerikanischen Wissenschaftler einen Riegel vorschieben: Mit einem monoklonalen Antikörper, einem hochspezifisch arbeitenden „Spürhund“ des Immunsystems, blockierten sie im Tierversuch den IL-2-Rezeptor. Folge: Die vom Transplantat aktivierten T-Lymphozyten können ihre Kollegen nicht mehr aktivieren, der Abstoßungsmechanismus war blockiert. Darüber hinaus scheint die Behandlung mit dem Antikörper nur über einen Zeitraum von 10 Tagen notwendig zu sein. Bei Mäusen zumindest traten im Anschluß an die Behandlung keine Abstoßungsreaktionen mehr auf.

Salmonellen: Die auch in der Bundesrepublik beliebten Wasserschildkröten der Art Pseudemys scriptaelegans (zu deutsch: Buchstaben-Schmuckschildkröte) sollten kein Kinderspielzeug sein, da sie Salmonellen übertragen können. In der neuesten Ausgabe des amerikanischen Ärzteblattes JAMA kritisiert eine Wissenschaftlergruppe vom Zentrum für Infektionskrankheiten in Atlanta den Export von jährlich drei bis vier Millionen Wasserschildkröten nach Europa und Asien. In die Bundesrepublik wurden im Jahr 1983 etwa 65 000 dieser Tiere importiert, die in speziellen Farmen in den USA gezüchtet werden. Untersuchungen bei Tierhändlern in Puerto Rico ergaben, daß die Tiere ohne Ausnahme mit Salmonellen durchseucht sind. Aufgrund dieser Daten und Untersuchungen in anderen Ländern bezeichneten die Ärzte den weltweiten Schildkrötenhandel als wichtigen Verbreitungsweg der Krankheitserreger.