Verdächtig schnell haben sich die EG-Außenminister auf eine Konferenz geeinigt, die die Reform der Gemeinschaft an Haupt und Gliedern vorantreiben soll. Beim Mailänder Gipfel Ende des vergangenen Monats hatte es noch anders ausgesehen. Die damaligen Auseinandersetzungen ließen einen längeren Prozedurenstreit erwarten.

Mit dem gemeinsamen Ja-Wort zu den Reformberatungen ist die erstrebte Politische Union jedoch keineswegs beschlossen. Jetzt fängt das Palaver erst richtig an. Wo es um mehr Macht für die europäischen Institutionen und um weniger Souveränitätsrechte für die Mitgliedsländer geht, steht der Einigungswille der Europäer vor einer schweren Prüfung. Die Fortschreibung der Römischen Verträge wird deshalb viel Zeit und Nerven verlangen.

Für Hoffnungen auf mehr Einheit in Europa ist es jedenfalls zu früh. Die jetzt neu entfachte Grundsatzdebatte über die Gemeinschaft kann immer noch in die Erkenntnis münden, die besser an ihrem Anfang gestanden hätte: lieber mit kleinen Schritten vorwärts als beim großen Sprung auf die Nase fallen. D. B.