FUSZ, masculinum, der auf den boden aufzusetzende untere theil der glieder des menschlichen oder thierischen körpers, durch die dieser auf jenem boden sich erhebt, und fortbewegt, althochdeutsch fuoz, lateinisch pes, griechisch pous. – ein ursprünglich von der länge, die der fusz eines mannes gewöhnlich hat, hergenommenes längenmasz, das dann später in seiner grösze näher bestimmt wurde, im hochdeutschen findet sich fuoz als masz erst im 12. Jahrhundert und zwar am Niederrhein. was die bestimmung der grösze anlangt, so wird in neuerer zeit der fusz gewöhnlich in 12 zoll eingetheilt und heiszt dann gemeiner fusz, schuh, werkschuh, mit den zwölf zollen im fusz. aber es findet auch eintheilung in 10 zoll statt und dann hat er die Bezeichnung decimalschuh. in den verschiedenen ländern wie auch bedeutendem Städten ist (1878) die grösze des fuszes verschieden.

HUND, masculinum, canis. gothisch hund-s, althochdeutsch hunt, englisch hound, lateinisch canis, griechisch kyön. in übertragener bedeutung: bei den Bergleuten ein länglich viereckiger, oben offener, auf vier rädern ruhender kästen zur förderung auf Stollen oder strecken: die winde keucht, es rollt der hund/der hammer pickt, die stufe fällt (Annette von Droste-Hülshoff, 1797-1848). dann auch die quantität mineralien, die ein hund faszt. französisch chien des mines.

HUND, ältere form für hundert, in niedersächsischen gebenden ein flächenmasz zur Ausmessung der felder, ein stück landes von zwanzig ruten länge und vier ruten breite, als torfmasz enthält ein hund torf sechzig bis siebzig grösze körbe voll torf. dem masze liegt die eintheilung eines landstrichs in hundert theile zu gründe.

KANNE, femininum, cantharus, althochdeutsch channa, mittelhochdeutsch kanne, englisch can, schwedisch kanna, dänisch kande. geschirr für wein, hier, wasser. der köpf ist in früher zeit das gefäsz aus dem getrunken wird, in der kanne wird nur zugetragen, aus ihr eingeschenkt. – als masz, auch niederländisch, dänisch, schwedisch cm; ein fäszlein von zwölf kannen; kanne, masz, quart, hält zwei nöszel oder seidlein, Schoppen. – ein trinkgeld zu zwei kannen hier („Simplicissimus“, 1669). Übrigens gilt die kanne nicht blosz für flüssigkeiten, auch für manches Schüttbare, wie erbsen, hirse, grütze, auch die butter, selbst die in form von „Stückchen“, wecken, wird nach der kanne gemessen, ebenso kleine fische: der herr will mit gewalt mein gast den abend sein, / du muszt geschwind die kanne Schmerlen sieden (Christian Fürchtegott Gellert, 1715-1769).

KLAFTER, femininum, auch neutrum, masculinum, ein längenmasz. als längenmasz: klaffter, ein leng des menschen, als einer ausreichen mag (1482). er stürzt wol hundert klaftern (Göthe). fragt man nach dem ursprunge, so wird das umklammern mit den armen auch die benennung hervorgerufen haben, klaftern = mit ausgespannten armen messen, do sol das seil (zum binden der abzugebenden garbe) sein also lang, als ein mittelman geklaftern mag, das ime der knopf (knoten) mittel an dem seil an das herz ghat (Aargauer weisthümer). der vogel klaftert mit ausgespannten flügeln gegen acht fusz (Friedrich von Tschudi, 1820-1886).

KÜBEL, masculinum, neutrum, gröszeres holzgefäsz. althochdeutsch chubil ist nicht bezeugt, nur das diminutivum chubili, neutrum in milichchubili, melkkübel. – bei der Weinernte, worein die trauben zuerst gesammelt werden: selig sei der leser, der dich abzwackt / und dich in ein kubel legt. – kübel als masz: schon in mittelhochdeutscher zeit, ein chubel korns, fünf kübel habern. sehs kübel gleich 1 hofmutte (ein bairisches mutt) gleich 4-6 scheffel... in Griesbach giengen in weizen, korn, und gerste 32, in haber 48 kübel auf das schaff, wo denn freilich der kübel gegen die mittelhochdeutsche grösze gewaltig eingeschrumpft erscheint, es geht mit masten wie mit münzen und titeln, noch jetzt (1873) im hüttenwesen, kübel ein kohlenmasz von drei scheffeln.

LACHTER, neutrum, auch masculinum und femininum, die bergmännische klafter. früher auch auszerhalb der bergmännischen spräche. – die masz aber der maszen wirt in eim lachter begriffen, welchs den bergkleuten ist von sechs werkschuchen, und ist zwar ein mesz beider auszgesträckter händt mit sampt der brustweit (Phil. Bech: „vom bergkwerck“, 1557). wir fuhren bis unter den Schacht von Vereinigt-Zwitterfeld, ungefähr 300 lachtern (Göthe).

LOTH, neutrum, stück blei; gewicht, als geschosz, als richtblei der maurer, als Senkblei der schiffer. – beim gewicht ist wol ursprünglich ein bleistück von bestimmten schwere gemeint, später ein bestimmtes gewicht: hat ein solches pfund 16 unzen oder 32 loth (Hübners „handlungslexikon“, (1722). kein irdisches vergnügen/soll uns, wie loth und centner schwer/einst auf dem herzen liegen (Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1802). – loth ist das mittelhochdeutsche (althochdeutsch nicht nachgewiesene) lôt, niederländisch lood, schwedisch, dänisch lod, überall mit der bedeutung des gewichtes; die ursprünglichere bedeutung tritt im englischen lead blei hervor.