Nur eine symbolische Handlung soll es sein: Die etwa siebzig leitenden Angestellten von Hewlett-Packard in Böblingen verzichten für drei Monate auf fünf Prozent ihrer Gehälter. Damit will die insgesamt 4200 Mitarbeiter beschäftigende deutsche Tochter des amerikanischen Herstellers von Computersystemen, Meß- und Analysegeräten ihren guten Willen demonstrieren, der mit Problemen kämpfenden Mutter im kalifornischen Palo Alto beizustehen.

Mehr als mit ihrer Gehaltskürzungsgeste, die höchstens 150 000 Mark bringt, half die Tochter dem Konzern mit einem gewaltigen Verkaufsboom: Im vergangenen Geschäftsjahr (31. Oktober) schnellte der Umsatz hierzulande um 42 Prozent auf über zwei Milliarden Mark; 1984 wurden mehr als 700 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Dem Gesamtkonzern dagegen, der mit 84 000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 18 Milliarden Mark macht, setzt derzeit eine ungewöhnliche Absatzschwäche auf dem US-Markt zu. Hewlett-Paknischen Werke für monatlich ein oder zwei Tage schließen; die Mitarbeiter sollen zwei Tage pro Monat unbezahlten Urlaub machen. Für die 14 000 Vertriebsjobs gibt es fünf Prozent weniger Lohn. Die Hewlett-Packard-Bosse gehen auch in USA mit gutem Beispiel voran: Ihre eigenen Gehälter kürzten sie um zehn Prozent.

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Nicht alle Personalveränderungen genießen – und verdienen – so viel Aufmerksamkeit wie der Weggang von Karl Miesel von der Deutschen Bank. Er war seit dem Frühjahr einer der drei gleichberechtigten Managing Directors bei der Deutsche Bank Capital Markets Ltd. in London, vorher unter Vorstandssprecher Wilfried Guth einer von acht Direktoren mit Zuständigkeiten im internationalen Emissionsgeschäft. Alfred Herrhausen, der Nachfolger Guths, in der Sprecherrolle und zuständig für das Auslandsgeschäft, hatte sich für Miesels Verwendung bei der Londoner Tochter eingesetzt.

Doch den dynamischen Mann („ein Verkäufertyp“) hielt es nicht lange im Londoner Triumvirat, das nicht eine seinem Ehrgeiz entsprechende Führungsform ist. Er strebte nach Alleinherrschaft und signalisierte alsbald der Branche, daß er verfügbar sei, nicht ohne seine – unbestritten – hohen Qualitäten ins rechte Licht zu rücken.

Als er dann noch alle Interessierten wissen ließ, was er alles werden könne, deutete dies der Frankfurter Vorstand als riskantes Pokerspiel und bat ihn zu einem Gespräch. Dessen Verlauf führte dazu, daß Miesel „auf eigenen Wunsch“ die Bank verließ, nicht in Unfrieden, wie die Bank hinzufügte und dabei gegenteilige Behauptungen in der deutschen Presse dementierte. Die dreiköpfige Führungsgruppe bei der Londoner Tochter wird ein Vierergremium: An die Stelle von Miesel treten Rolf Levedag und Stanley Ross.