Ehe Ronald Reagan eine Woche nach seiner Krebsoperation das Krankenhaus verließ, wandte er sich in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache an die Amerikaner. Auszüge:

Ich spreche heute aus einem kleinen Behelfsstudio gleich neben meinem Zimmer im Bethesda-Marinehospital zu Ihnen. In diesem Augenblick denke ich an den kleinen Jungen, der mir 1981 einen Brief schrieb, nachdem auf mich geschossen worden war, und in dem es hieß: „Mr. President, erholen Sie sich schnell, sonst müssen Sie Ihre nächste Rede vor dem Kongreß im Pyjama halten.“ Nun, heute trage ich Straßenkleidung, damit ich am Nachmittag nach Hause gehen kann.

Ich fühle mich großartig, aber allmählich werde ich etwas unruhig. Viele von Ihnen wissen, wie das ist, wenn man eine erzwungene Bettruhe ertragen muß. Man bekommt dieses Gefühl, draußen ist das Leben – wie ein großer, glänzender Apfel, und man kann es gar nicht abwarten, rauszugehen und reinzubeißen. Ich brenne darauf, wieder an die Arbeit zu gehen. Ich habe genau verfolgt, was los ist, vor allem die Haushaltsberatungen im Kongreß.

Ich werde Ihnen sagen, was ich bis jetzt vom Haushaltsvorschlag des Repräsentantenhauses halte. Ich hoffe, er wird bald in Ordnung gebracht. Ich habe einem der großartigen Chirurgen, die mich operiert haben, gesagt: Falls sich der Kongreß nicht zu den Einschnitten, die wir brauchen, durchringen kann, dann schicke ich Sie zum Capitol Hill, damit dort einmal richtige Schnitte vorgenommen werden.

Heute möchte ich mich bei den Ärzten und Krankenschwestern bedanken, die mir geholfen und mich geheilt haben. Jetzt weiß ich, warum fast jeder zu einer schwierigen Operation nach Amerika kommt: Weil wir die besten Ärzte und Krankenschwestern auf der Welt haben! Wenn man schon unbedingt krank werden muß, dann ist man besser dran, wenn man in den Vereinigten Staaten von Amerika krank wird.

Wir alle neigen dazu, Anzeichen zu ignorieren, daß etwas mit uns nicht stimmt. Darf ich aus eigener Erfahrung sagen: Es ist wichtig, sich untersuchen zu lassen, wenn Sie glauben, etwas ist mit Ihnen nicht in Ordnung. Wenn Sie also in diesem Moment zuhören, und Ihnen fällt etwas ein, das Sie aus Ihren Gedanken verdrängt haben: Nehmen Sie den Telephonhörer, rufen Sie Ihren Arzt oder Ihr Krankenhaus an und sprechen Sie mit jemandem. Sagen Sie einfach: „Dr. Reagan‘ hat mich überwiesen.“ Es gibt etwas, das ich sagen möchte mit Nancy an meiner Seite, wo sie gerade jetzt sich befindet, und wo sie immer gewesen ist. First Ladys werden nicht gewählt, und sie bekommen auch kein Gehalt. Meistens waren sie Privatpersonen, die zu einem Leben in der Öffentlichkeit gezwungen wurden. Für mich sind sie immer Heldinnen gewesen: Abigail Adams half, Amerika zu erfinden, Dolly Madison half, es zu schützen. Eleanor Roosevelt war für FDR Augen und Ohren. Nancy Reagan ist mein ein und alles.

Wenn ich auf diese Tage zurückschaue, Nancy, erinnere ich mich an Dein inneres Strahlen und Deine Stärke, Deine Unterstützung, und daran, daß Du Dich an den Aufgaben dieser Nation beteiligt hast. Ich sage für mich selbst und im Namen der Nation: Danke, Partner. Danke für alles. Übrigens, hast Du heute abend schon etwas vor?