Das Fazit der Weltkonferenz der Frauen in Nairobi

Von Bettina Gaus

Nairobi

Was habt ihr auf dieser Frauenkonferenz bloß zu reden?“ fragt mich ein kenianischer Bekannter, „wollt ihr euch über eure Männer beklagen?“ Phantasievolle Überlegungen eines anderen: „Wenn ich mir das vorstelle, lauter Weiber auf einem Haufen, das gibt doch bloß Gekeife und Gezanke...“ – „Kenias Männer scheinen sich durch die Weltfrauenkonferenz unmittelbar in ihrem männlichen Selbstverständnis herausgefordert zu fühlen“, schrieb der Kommentator einer in Nairobi erscheinenden Sonntagszeitung, und er fuhr fort: „Nur selten zuvor haben sich die Männer dieser Stadt über etwas so sehr die Köpfe zerbrochen.“

Damit haben die Weltfrauenkonferenz der UNO und das Forum der nichtstaatlichen Organisationen ein wichtiges Ziel erreicht, wie verständnislos Bemerkungen auch immer ausfallen mögen: Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist auf die Probleme und Forderungen gelenkt worden, die Frauen bewegen.

Enttäuschte Hoffnungen

Damit allein allerdings ist es auf die Dauer nicht getan: Die mehr als 10 000 Frauen aus aller Welt, die zum regierungsunabhängigen „Forum 85“ nach Nairobi gereist waren, beklagten immer wieder, daß die 1975 ausgerufene UN-Dekade der Frau viele Hoffnungen enttäuscht habe. Zwar seien in zahlreichen Ländern inzwischen Initiativen, vor allem auf gesetzlicher Ebene, zur Gleichstellung der Frau ergriffen worden, im täglichen Leben, vor allem auf dem Lande, hätten sich diese jedoch bislang kaum ausgewirkt.