Büroarbeit macht froh, das schmutzige Wühlen unter Tage dagegen vergällt dem Bergmann die Lebenslust. Sein Leben ist ihm nicht einmal ein Zehntel dessen wert, was es dem Angestellten im weißen Kragen bedeutet. Das hat jetzt Kip Viscusi herausgefunden, Wirtschaftsprofessor in North Carolina und einst Chefberater Präsident Carters für Preisstabilität.

Viscusis Lebenswert-Kalkulation ist verblüffend schlicht: 600 Dollar Gefahrenzulage verlangen die amerikanischen Bergleute pro Jahr, und jeder tausendste von ihnen kommt jährlich bei der Arbeit um. Mit 600 000 Dollar läßt sich der Bergmann also das statistische Risiko bezahlen, bei der Arbeit tödlich zu verunglücken. Andere Industriearbeiter schätzen sich mit drei Millionen Dollar ein, Büroangestellte verlangen sieben bis zehn Millionen, bevor sie sich vom sicheren Schreibtisch aus in statistische Lebensgefahr begeben.

Immerhin: Ethisch wie finanziell ist Viscusis Rechnung ein Fortschritt gegenüber der seines Mediziner-Kollegen Harry Monsen aus Chicago. Monsen zerlegte den Durchschnittsmenschen gedanklich in seine Kalzium-, Phosphor- und Magnesiumatome und ermittelte anhand der Preistabelle der Rohstoffbörse einen Gegenwartswert von 8,37 Dollar – 1,09 Dollar mehr als 1979, wegen der Inflation.

RoS