Barbara Tuchman, die bekannte amerikanische Historikerin, hat ein kluges Buch geschrieben, das den Titel trägt: „Die Torheit der Regierenden“ – Untertitel: „Von Troia bis Vietnam“. Sie meint, immer schon, seit die Trojaner jenes verdächtig aussehende, hölzerne Pferd in die Mauern ihrer Stadt zogen, obwohl sie allen Grund hatten, darin eine List der Griechen zu vermuten, trieben die Regierenden eine Politik, die ihren Interessen zuwiderlaufe. Warum, so fragt sie, ergab sich der mächtige Montezuma tatenlos ein paar hundert fremden Eindringlingen, obgleich längst deutlich war, daß sie keine Götter waren? Warum ließen sich Karl XII., Napoleon und dann Hitler auf eine Invasion Rußlands ein, obwohl doch die Versuche ihrer jeweiligen Vorgänger stets in einer Katastrophe endeten?

Wir müssen hinzufügen: Warum verfolgen die Regierenden Südafrikas seit Jahren eine Politik, die ihren Interessen zuwiderläuft, denn sie führt unaufhaltsam und geradewegs in den Abgrund? Es gab doch Ansätze zur Einsicht, daß eine Minderheit nicht ad infinitum die Mehrheit unterdrücken und ihr alle Rechte vorenthalten kann. Druck erzeugt Gegendruck und Willkür Aufstand. Mit dem Ausnahmezustand, der die Polizei ermächtigt, nach eigenem Gutdünken und ohne jede Kontrolle um sich zu schlagen und zu verhaften, wird nun Willkür an die Stelle des geforderten Rechts gesetzt.

Was Ursache und was Wirkung ist, liegt klar zutage. Schon einmal wurde der Ausnahmezustand verhängt: 1960 nach den Ereignissen von Sharpeville, wo die Polizei ohne Grund zur Waffe griff; als damals die friedliche Menge auseinanderstob, blieben 69 Leichen auf dem Platz zurück. Daraufhin wurde der Ausnahmezustand gegen die Opfer verhängt – die Mörder aber wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Ist es das, was Botha die Wiederherstellung der Ordnung nennt? Dff.