DIE ZEIT

Aufstand gegen die Apartheid

Der Sicherheitsrat hat freiwillige Sanktionen gegen Südafrika beschlossen – und das Ergebnis? Man bekommt den Eindruck, daß die Bereitschaft der westlichen Industrieländer, diesem Aufruf zu folgen, in umgekehrtem Verhältnis zu der Größenordnung ihrer geschäftlichen Interessen steht.

Verstrahlt und verbrannt: Wofür?

Das Zeitalter der Atomwaffen begann am frühen Morgen des 6. August 1945. Die Uhr des Piloten zeigte 8. 15 Uhr und 17 Sekunden, als sich der Bombenschacht der Enola Gay öffnete.

Worte der Woche

"Dem Arzt tat es ein wenig leid, daß er gesagt hatte, daß ich Krebs ‚habe‘. Er sagt, es wäre richtiger gewesen, mitzuteilen, daß ich Krebs ‚hatte‘.

Mandela: "Wir werden siegen"

Samuel Dash, einst Chefberater des Watergate-Ausschusses des amerikanischen Senates, ist heute Rechtsprofessor an der Georgetown-Universität in Washington und Vorstandsmitglied der Internationalen Liga für Menschenrechte.

Zeitspiegel

Klaus Bloemer, seit 1980 verantwortlicher Redakteur des vom Bundespresseamt herausgegebenen fremdsprachlichen Bulletins, hat den Unwillen seiner Oberen erregt Er hatte in der Ausgabe zum Thema "Deutsches Gedenken an den 8.

Mit seiner Brokdorf-Entscheidung hat das Bundesverfassungsgericht der Versammlungsfreiheit den Rang eines elementaren Bürgerrechtes in der Demokratie zuerkannt: Eine Demonstration für die Bürgerfreiheit

Diesmal traf der Bannstrahl aus Karlsruhe die Staatsmächtigen in Bonn nahezu verzögerungsfrei. Kaum hatte die Koalition aus CDU/CSU und FDP ihren Kompromiß über eine neuerliche Verschlimmbesserung des Demonstrationsstrafrechts am letzten Sitzungstag – und als letzten Tagesordnungspunkt – vor der Sommerpause durchs Parlament gepaukt, da verkündete der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts seinen wegweisenden Beschluß über Wesen und Geltungskraft des Grundrechts der Versammlungsfreiheit.

Reform für Nordirland?: Träumerei

Jede britische Regierung spielt einmal durch, wie das sein könnte, wenn die Republik Irland Mitverantwortung für die britische Provinz Nordirland bekäme.

Moskauer Eklat: Trickreich

Es ist das alte Spiel: Wo immer möglich, versucht die Sowjetunion, West-Berlin als besondere politische Einheit darzustellen, sofern nicht die Betroffenen vorab auf klaren schriftlichen Vereinbarungen bestehen.

Boock-Urteil: Revision

Der Prozeß gegen Peter-Jürgen Boock vor einem Jahr hat bei vielen Beobachtern Unbehagen ausgelöst. Dafür sorgten die Bundesanwälte, die List und Tücke selbst dort noch witterten, wo der freiwillige Aussteiger aus der "Rote Armee Fraktion" Einsicht in seine Schuld zeigte.

Wolfgang Ebert: Angeben - aber wie?

"Ich durfte neulich mit Genscher um die halbe Welt fliegen. Dabei marschierte er dauernd vom Cockpit zum Heck auf und ab und erklärte: ‚Das ist mein Wanderurlaub.

BONNER BÜHNE: Viel Zeit für den Gast

Es ist nun so, daß endgültig von der Sommerpause die Rede sein muß. Was man vor einer Woche, als die SPD ihre unsinnige, inzwischen wieder eingeschlafene Kanzlerkandidatendiskussion begann, noch nicht ganz glauben wollte – das ist Ereignis geworden.

Hochtechnologie in der Lüneburger Heide

In Unterlaß in der Lüneburger Heide, zwischen Uelzen und Celle, will die niedersächsische Landesregierung gemeinsam mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall ein "Technologiezentrum Nord" errichten.

Freispruch nach 40 Jahren

Wieder einmal mußte in einem zeitraubenden NS-Prozeß der Angeklagte freigesprochen werden. In Hamburg war dem ehemaligen Gestapomann Harri Schulz Mord nicht nachzuweisen.

Indien: Ausgleich mit den Sikhs

Sechsunddreißig Stunden verhandelte Rajiv Gandhi mit Harchand Singh Longowal, dem gemäßigten Führer der Sikh-Partei Akali Dal.

Uganda: Putsch ohne Perspektive?

Im ostafrikanischen Uganda, einem seit Jahren in Bürgerkrieg und Anarchie versinkenden Staat, stürzte die Armee den Präsidenten Mitten Obote.

Peru: Junger Präsident mit Ambitionen

Der 36jährige Alan García Perez ist der erste Präsident aus den Reihen der traditionsreichen "Amerikanischen Revolutionären Volksallianz" (Apra).

Saure Trauben, süße Sünden

Das lange gärt, wird endlich Mut. Wochenlang vergiftete die Affäre die gute Stimmung. Doch vergangenen Sonntag ergriff Paul Hoffacker, der CDU-Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Gesundheit, das Wort: Wein, forderte er energisch, dürfe "künftig nur noch aus Trauben hergestellt werden" – ohne Zucker, ohne Chemikalien.

Werben um Verständnis für die Deutschen: Wer Europa sagt...

Nachdenklich legt man das Buch zur Seite. Ein Thema, dessen Umrisse und Untiefen man längst zur Genüge ausgelotet wähnte, weckt neues Interesse, läßt neue Fragen entstehen, weil es mit einer eigenartigen kulturellen Sensibilität betastet wird.

stern-Leser gesucht

Eine millionenschwere Werbekampagne soll die Hamburger Illustrierte ins Gespräch und wieder ins Geschäft bringen

Unverbindliches Gedenken

Mit der Erinnerung tun wir uns schwer. Zu mancher diesbezüglicher Peinlichkeit des politischen Jubiläumsjahres kommt eine Meinungsverschiedenheit zwischen Berlin und Bonn darüber, wie wir am Reichstagsgebäude der nach 1933 ermordeten Abgeordneten gedenken sollten, namentlich oder unverbindlich.

CSU-Generalsekretär a. D.: Ein Fall wie jeder andere?

Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Sind sie es auch vor Gericht? Wenn Volkes Stimme zählt, lautet die Antwort: nein. Ein Jahr Freiheitsstrafe mit Bewährung für Otto Wiesheu, den ehemaligen CSU-Generalsekretär.

Schwabenstreich: Kein Platz für Frau Leuze?

Den Namen "Neue Führungsstruktur Baden-Württemberg" trägt eine vierköpfige Kommission, die sich mit dem Land und ihrem Auftraggeber, dem Stuttgarter Ministerspräsidenten Lothar Späth, als "Speerspitze der Innovation und des Fortschritts" sieht.

Die angeschmierten Sozis: Vergeblich am Stuhl gesägt

Früher, als die Fronten noch klar verliefen, hat der Christdemokrat Wolfgang Fisch dem Alternativen Werner Orlowsky gern das Allerschlimmste vorgeworfen: er stehe nicht auf dem Boden der Verfassung, wolle die Grundbesitzer enteignen und die "Republik Kreuzberg" ausrufen.

Wandel durch Anordnung

Seit 1945 sind in der Bundesrepublik drei Phasen der Entwicklung des Rundfunks zu verzeichnen. Die erste Phase begann mit unterschiedlicher Intensität und mit unterschiedlichen Zielen in den einzelnen Besatzungszonen bereits im Sommer 1945.

Schleichen für den Wald?

Der Wagen ist fürs Schnellfahren auf der Autobahn gebaut, das ist ihm beim ersten Blick auf die mächtigen Spoiler vorn und hinten anzusehen.

Schnelle Ernüchterung

Die anfängliche Euphorie verflog rasch. Einen Abend lang schien es so, als seien sich die konservative Bundesregierung und die Vertreter der deutschen Gewerkschaften ein gutes Stück näher gekommen.

Die Technik macht’s möglich

Friedrich Zimmermann ist bekannt dafür, daß er die Superlative liebt – besonders wenn er sich und seine eigene Umweltpolitik lobt.

Bonner Kulisse

Späte Einsichten sind sicher sehr viel besser als gar keine. Verteidigungsminister Manfred Wörner ist offenbar doch zu der Einsicht gelangt, daß sein Ministerium in Zukunft besser organisiert sein muß.

Opec: In der Krise

Wen interessieren noch die Listenpreise der Opec? Drei Viertel seines Ölumsatzes wickelt das Kartell unterhalb des offiziellen Preisniveaus ab, dessen Gültigkeit aber immer wieder beteuert wird.

Stahlsubvention: Kein Ende

Als Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann Ende März einer Aufstockung der Stahlsubventionen in einigen europäischen Nachbarländern zugestimmt und sich dafür die Zusage eingehandelt hatte, von 1986 an werde es keine Subventionen mehr geben, lehnte er sich genüßlich zurück.

Freizeit: Bier mit Schuß

Trommelfeuer und Pulverdampf, Manöverstimmung liegt über dem Waldlokal draußen vor der Stadt. Aus allen Himmelsrichtungen kommen sie angereist.

Arbed Saarstahl: Gesucht: ein Unternehmer

Das ist eine reizvolle Aufgabe", sagt Willy Korf. Und ganz schnell schiebt er nach: "Auch eine nationale Aufgabe." Aber was er da als Aufgabe ansieht, ist nicht so ganz klar.

Börsen-Report: Rückwärtsgang

Innerhalb kurzer Zeit hat sich das Börsenklima in der Bundesrepublik grundlegend verändert. Von einer unbekümmerten Hausse-Stimmung kann längst keine Rede mehr sein.

Gespräche am Bankschalter: Veba-Zirkus bricht die Zelte ab

Die Veba, mit rund 600 000 Aktionären die größte deutsche Publikumsgesellschaft, erhält mit der Eingliederung der Preußische Elektrizitäts-AG, Hannover, der Nordwestdeutsche Kraftwerke AG, Hamburg, sowie der Chemie-Verwaltungs-AG, Düsseldorf, ein neues Gesicht.

Die Stellung gehalten

Der Krieg und die leeren Kassen erschweren deutschen Firmen das Geschäft mit dem Irak

MANAGER UND MÄRKTE

Grete Schickedanz, Chefin des Fürther Großversandhauses Quelle, klagte mit bewegten Worten darüber, daß sie in jüngster Zeit wegen der Entlassungen bei den Konzernfirmen Vereinigte Papierwerke und Möbel Hess so vielen Anfeindungen von Gewerkschaften, staatlichen, kommunalen und kirchlichen Stellen ausgesetzt war: "Wie man da zerrissen wurde, das war nicht schön.

Ohne Bargeld

Starke: Die S-Karte soll die unterschiedlichen Sparkassen-Kundenkarten ablösen. Diese Kundenkarten dienen bisher nicht nur zur Identifikation des Kontoinhabers, sondern auch zur Bedienung von Automaten in seiner kontoführenden Sparkasse.

AUTOSELLER

Von den zwölf größten Aufbaubietern auf dem deutschen Markt haben im ersten Halbjahr 1985 nur zwei ein Plus zu verzeichnen: Daimler-Benz und der japanische Hersteller Toyota.

ZEITRAFFER

Rund 32 Milliarden Mark an Subventionen wird der Staat dieses Jahr verteilen – zwei Milliarden Mark mehr als 1984. Die Steuervergünstigungen werden um 1,2 Milliarden auf 17,5 Milliarden Mark wachsen, die Finanzhilfen sollen um 900 Millionen auf 14,5 Milliarden Mark steigen.

Latein-Renaissance: Hell strahlt die Antike

Amerika hat die Welle schon seit einiger Zeit erfaßt, alle Schüler- und Studentenjahrgänge wurden mitgerissen. Seit 1978 hat sich dort die Zahl der Examenskandidaten in Latein verfünffacht.

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