DIE ZEIT

Halbherzig

Ist er es, oder ist er es nicht? Die Vorstellung ihres Kanzlerkandidaten in Etappen zählt nicht zu den glücklichsten Inszenierungen der Sozialdemokraten.

Und der Präsident spielt Sphinx

In zwei Monaten wollen sich der amerikanische Präsident und der Kreml-Chef in Genf treffen. Mittlerweile hat Michail Gorbatschow die Weltöffentlichkeit in großen Zügen wissen lassen, was er sich von dieser ersten Gipfelkonferenz seit über sechs Jahren erhofft: eine Abmachung nämlich, nach der die Sowjets die Zahl ihrer Angriffsraketen drastisch vermindern, wenn die Amerikaner im Gegenzug ihre SDI-Pläne für eine Raketenabwehr aus dem Weltraum auf reine Grundlagenforschung beschränken.

Mit dem Hackebeil

Lustig und launig, wie er unschwer sein kann, hat sich Heiner Geißler in seiner Eigenschaft als Bundesminister vom Parlament verabschiedet.

Neuer Fall, altes Muster

Je mehr Fälle bekannt werden, desto uniformer wird das Grundmuster: Alle Spione in Bonner Amtsstuben, zumal die weiblichen, waren – natürlich – ebenso anstellig wie unauffällig.

Frauen auf Quote?

Mit der Weisheit der Männer und der Güte der Frauen", meinte Konrad Adenauer einst listig, "werden wir die nächste Wahl gewinnen.

Schwedens neuer, alter Regierungschef: Brückenbauen ist seine Sache nicht

Auch das gehört zu den Pflichten des Siegers: Olof Palme, dessen Sozialdemokraten soeben nur mit Hilfe der Kommunisten im schwedischen Reichstag die bürgerlichen Parteien wieder auf die Oppositionsbänke verwiesen haben, stellt sich dem Heuschreckenschwarm der Photographen im Stockholmer Hauptquartier seiner Partei.

Worte der Woche

"Die Nachfolge Willy Brandts steht nicht an, und wenn sie ansteht, kann sie nur im Einvernehmen mit Willy Brandt geklärt werden.

Zeitspiegel

Ein Fahnenband verlieh der niedersächsische Minister und Reserveoberst Wilfried Hasselmann am Wochenende dem Lufttransportgeschwader 62 in Wunstorf, weil die Soldaten in monatelangen Einsätzen den Hungernden in Äthiopien geholfen hatten.

Ben Witter: Angetippt

Er, der promovierte "68er", hatte ein Prädikatsexamen gemacht und wünschte sich noch mehr Lebensqualität. Daß auf seinem neuen Türschild "Dr.

"Trialog" im Äther

Mögen in München manche auch genau zu erklären wissen, warum der Staatssekretär Dr. Edmund Stoiber so geringe Chancen hat, ein Publikumsliebling zu werden, so wird ihm doch niemand vorhalten können, daß er, um auch außerhalb Bayerns beachtet zu werden, früher aufstehen müsse.

Bonns Haltung gegenüber Südafrika: Wirrwarr, nicht zu überbieten

Wirrwarr und Widersprüche in der Außenpolitik sind gewiß kein deutsches Patent, erst recht nicht, wo es um Südafrika geht. Nehmen wir das Washingtoner Beispiel: Ein leibhaftiger Senator angelt sich die Gesetzesvorlage vom Protokolltisch im Parlament und verschwindet, um eine Abstimmung über Sanktionen gegen Pretoria zu verhindern.

BONNER BÜHNE: Rau will es wissen

Das Nicht-Ereignis wurde fernsehgerecht in Szene gesetzt. Was jedermann wußte, wurde von Johannes Rau am Montag abend bestätigt: "Ich stehe für künftige bundespolitische Aufgaben zur Verfügung, mit denen mich meine Partei betrauen möchte.

"Das Netz war halt zu weit"

Nach den jüngsten Spionagefällen will Bundesjustizminister Engelhard die Sicherheitsüberprüfungen im öffentlichen Dienst verschärfen.

Brandherd Mittelamerika

Die honduranische Regierung beschuldigte Managua, über die Grenze hinweg ein Dorf beschossen zu haben. Nach Managuas Darstellung haben hingegen honduranische Söldner einen Aufmarsch von 800 Contras gedeckt, die nach Süden die Grenze überschreiten wollten.

Lenkt Südafrika ein?

Nur 48 Stunden, nachdem der amerikanische Präsident Reagan wirtschaftliche Sanktionen gegen Südafrika bekanntgegeben hatte, kündigte Staatschef P.

Wenn Kolonialvölker Engländer werden

Mit Entsetzen und ohne glauben zu können, was sie sahen und hörten, verfolgten die britischen Bürger eine Direktübertragung des Fernsehens von Gewalt und Aufruhr in ihrem eigenen Land, wie es dergleichen in diesem Jahrhundert so noch nie gegeben hat.

Ein Wittelsbacher will auf dem Oktoberfest ausschenken: Bier von draußen

Platsch" macht’s ganz bürgerlich, Wasser spritzt auf, und Seine Königliche Hoheit liegt im Ammersee. Für Luitpold Prinz von Bayern, den Sproß aus dem bayerischen Königsgeschlecht der Wittelsbacher, war das unfreiwillige Bad beim traditionellen "Fischerstechen" in Dießen nichts Ungewöhnliches.

Asylbewerber: Nichts übrig und nichts frei

Eine Irrfahrt ohne Ende ist das Schicksal von Nigiste Twelde aus Eritrea, seit sie mit ihren drei Kindern aus der von Bürgerkrieg und Hungersnot heimgesuchten äthiopischen Provinz nach Baden kam.

Blinde in Deutschland: Das andere Sehen

Wenn andere vom blauen Himmel sprechen und sich am Wetter erfreuen, die Kunst bewundern, die Gedanken von den Augen lesen, dann danke ich Gott für das, was mir bleibt: die klare Luft, der Sonnenschein, die tausendfachen Formen, unzählige Stimmen, jede für sich von Mensch und Tier.

Entführungsprozeß Springer: Antworten kommen im Flüsterton

Das Interesse der Öffentlichkeit ist größer als die Räumlichkeiten. Nur vier Stuhlreihen gibt es im Saal B 177 des Landgerichts München für die Zuhörer, zwei davon sind allein für die Presse reserviert – und reichen doch nicht aus.

Macht der Gewohnheit

Eine knappe Stunde für den Subventionsbericht – und schon war der Bundestag beim nächsten Punkt der Tagesordnung. Ein bißchen rasch, wenn man bedenkt, daß da immerhin 31,9 Milliarden Mark zur Debatte standen.

Maklercourtagen: Sozialneid?

Hessens Wirtschaftsminister Ulrich Steger, in dessen Zuständigkeitsbereich die Frankfurter Wertpapierbörse liegt, drängt auf eine Herabsetzung der Gebühr für die Tätigkeit der Kursmakler, schlicht auch Courtagen genannt.

Bonner Kulisse

Rudi Walther, SPD-Abgeordneter und Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Bundestag, hat anläßlich einer Sitzung in Berlin den Präsidenten des Bundesrechnungshofs, Karl Wittrock, gewürdigt, Walther dankte insbesondere dafür, daß der Bundesrechnungshof den Bundestag und den Haushaltsausschuß stets so prompt und gründlich beraten habe.

Schuldnerland USA: Handelskrieg?

Die Kausalkette ist bekannt. In der Schlacht gegen die Inflation stiegen die amerikanischen Zinsen; das enorme Haushaltsdefizit erzeugte mangels eigener Spargelder einen hohen Bedarf an Auslandskapital, der nur über weiter steigende Zinsen zu befriedigen war.

Wucherzinsparagraph: Durchbruch?

Richtig angefangen hat die Sache, als die Zinsen in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre kräftig sanken. Immer mehr Kreditnehmer griffen damals auf einen Uralt-Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches zurück, um ihre Zinsbelastung zu drücken.

Selbstbewußt aufgetreten

Auf diesen Augenblick hatte Eberhard von Brauchitsch mehr als drei Jahre lang gewartet, sein Pulver um des Effektes willen bis zuletzt trocken gehalten.

Italien: Geteilt in drei Klassen?

Wir brauchen kein Kastenwesen wie in Indien", "nach Cäsar bestand Gallien aus drei Teilen, und der Arbeitsminister will die Italiener dreiteilen".

Börsen-Report: Neue Gipfel

Auch in dieser Woche erlebten die deutschen Aktienmärkte wieder einen Käuferansturm. Dabei scheinen die Adressen gewechselt zu haben.

LÄNDER IM VERGLEICH

Der heftige Wettbewerb im Einzelhandel und die abnehmende Zahl der Bevölkerung machen es möglich: Die Lebensmittel in der Bundesrepublik werden nur noch geringfügig teurer.

ZEITRAFFER

Um 23 Prozent größer als in diesem Jahr soll der Haushalt der Europäischen Gemeinschaft 1986 werden. Die Hälfte des Zuwachses auf 77,9 Milliarden wird auf den Beitritt Spaniens und Portugals zurückgeführt.

MANAGER UND MÄRKTE

Seinen Nachfolger hatte er schon vor einigen Jahren gesucht – mit einer Anzeige der Sorte, die sein Produkt so bekannt gemacht hat: "Ich, Günter Mast, trinke Jägermeister, weil ich hiermit die Jagd auf meinen Nachfolger beginne.

Auf optimistischem Kurs

ZEIT: Bisher hatten die Gewerkschaften eine differenzierte Einschätzung zur Entwicklung neuer Technologien. Auf Ihrem technologiepolitischen Kongreß bezogen Sie jetzt eine sehr optimistische Position.

Enttäuschte Franzosen

Dabei hatte zuvor eine mustergültige amerikanisch-französische Eintracht geherrscht. "Unser Erfolg ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zweier Mannschaften", vermerkt Projektleiter Jean Jarry.

"Etwas Eis für meinen Whisky"

Lady, selbst Gott kann dieses Schiff nicht versenken", tröstete ein Matrose eine Frau, die beim Einschiffen in Southampton zögerte, an Bord der "Titanic" zu gehen.

Die Metro antwortet: Gegendarstellung

In der ZEIT Nr. 34 vom 16. 08. 1985 erschien unter der Überschrift "Unbekannt verzogen – Metro-Manager wollen sich den gerichtlichen Klagen der Konkurrenz entziehen" ein Artikel von Hans Otto Eglau.

Dazu erklärt DIE ZEIT

1. Durch Urteil vom 6. September 1985 hat das Landgericht Hamburg den Antrag der Metro Düsseldorf zurückgewiesen, der ZEIT und Hans Otto Eglau zu verbieten, weiter davon zu sprechen: "Unbekannt verzogen, Metro-Manager wollen sich den gerichtlichen Klagen der Konkurrenz entziehen.

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