Den erregten Protesten von Mietern und Parteien gegen die Massenverkäufe von Sozialwohnungen aus dem Bestand der Neuen Heimat (NH), versuchte deren Vorstandschef Diether Hoffmann bisher immer mit dem Hinweis auf die umfangreichen Rechte der Mieter zu begegnen. Obwohl die Mieter ohnehin durch die Gesetze in beträchtlichem Umfang geschützt seien, habe die Neue Heimat bei ihren Verkäufen noch zusätzliche Klauseln in die Verträge aufgenommen, an die sich auch spätere Erwerber halten müßten. Doch dieser Schutz hat Lücken.

Allein in Bremen, wo die Neue Heimat 8000 Sozialwohnungen verkauft hat, drohen den Mietern von 3000 dieser Wohnungen kräftige Mieterhöhungen. Denn die öffentlichen Mittel, mit denen Bund und Land den Bau der Wohnungen gefördert haben, sind soweit abgetragen, daß sie unterhalb der sogenannten Bagatellgrenze liegen. In diesen Fällen darf der Eigentümer die Mieten auf Marktniveau erhöhen. Bremens Bausenator Bernd Meyer befürchtet, daß die Mieten in Extremfällen um knapp vierzig Prozent steigen können.

Die Neue Heimat, die vor drei Wochen knapp 22 000 Wohnungen auf einen Schlag verkauft hat, weiß noch nicht, wie viele dieser Wohnungen unterhalb der Bagatellgrenze liegen. Sicher ist hingegen, daß die Wohnungen die besten Verkaufspreise bringen, deren Mieten die höchsten Steigerungen zulassen:

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Nach außen hin demonstrieren die Wertpapierhändler der Frankfurter Großbanken Ratlosigkeit. Niemand weiß angeblich, wie es zu dem exorbitanten Umsatzanstieg beim Handel mit AEG-Aktien am 2. und 3. Oktober gekommen ist. Allein an diesen beiden Tagen wurden an den Börsen in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München fast 1,2 Millionen Aktien der AEG umgesetzt. An normalen Börsentagen wird gerade ein Siebtel dieses Rekordumsatzes mit den Elektropapieren erreicht. Vor allem aus dem Ausland, speziell aus der Schweiz, sollen die Kauforders gekommen sein. Die deutschen Banken, die knapp fünfzig Prozent des AEG-Kapitals von 619,9 Millionen Mark halten, wollen dagegen kaum etwas von ihren Aktien abgegeben haben, versichern die Händler. Wenn sie gewollt hätten, hätten sie allerdings auch gedurft. Zehn Prozent ihrer AEG-Beteiligung, also rund dreißig Millionen Mark Nominalkapital sind für dieses Jahr zum Verkauf freigegeben.

Nun wird gerätselt, wer die Aktien abgegeben und wer sie gekauft hat. Rätseln muß man aber auch über die Quelle umsatzbelebender Gerüchte. Der Aktienhandel kam nämlich gerade in dem Moment auf Hochtouren, als Bosch und die US-Firma United Technologies an der Börse als mögliche Übernahmekandidaten der AEG ins Gespräch kamen. Die Dementis folgten zwar prompt, doch nicht schnell genug. Sie konnten nicht mehr verhindern, daß ganze AEG-Aktienpakete bei steigenden Kursen den Besitzer wechselten.

Reinhard Rauball, Aufsichtsratsvorsitzender der Etienne Aigner AG in München, hat seine Zusage in der Hauptversammlung vom 5. Juli, aktuelle Zahlen über, die Entwicklung des Unternehmens im laufenden Jahr in einem Aktionärsbrief nachzuliefern, noch nicht eingehalten. Dem neuen Vorstandsmitglied Wilhelm R. Müller soll zunächst Zeit zum Einarbeiten gegeben werden. Im Dezember, so sagt die Hausbank Deutsche Bank, soll die Öffentlichkeit dann bei einer Pressekonferenz erfahren, wie es um Aigner steht. In den vergangenen Monaten sind die Geschäfte der Nobelfirma angeblich nicht ganz nach Wunsch verlaufen. Der Umsatz soll bisher um rund zwanzig Millionen Mark hinter dem Vorjahr herhinken. Im Juni hatte der Vorstand für 1985 noch einen mindestens gleich hohen Umsatz wie im Vorjahr (knapp 183 Millionen Mark) prognostiziert.