Nachdem sich die Europäische Gemeinschaft bei ihrer Abgasgesetzgebung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt hat, fällt es den Autoherstellern leicht, auch die „Sauberkeit“ der einst als Dreckschleudern verachteten Kleinwagen (bis 1399 Kubikzentimeter) zu betonen. Peugeot zum Beispiel wird vom kommenden Jahr an Kleinwagen verkaufen, die auch ohne Katalysator „schadstofffrei“ sind und daher unter die Steuerbefreiung in der Bundesrepublik fallen. Toyota preist seine Mehrventil-Technik als Problemloser und rechnet dabei den bundesdeutschen Autofahrern vor, daß sie mit dem schadstofffreien Modell Starlet 1,0 „die volle Kfz-Steuerbefreiung bekommen“ und damit in den ersten dreieinhalb Jahren „stolze 750 Mark sparen“. Dieses Rechenbeispiel ist nur nachvollziehbar, wenn man die allerungünstigsten Umstände zugrunde legt, aber typisch für einen neuen Trend in der Automobilwerbung. Was jetzt vor allem zählt, ist Umweltverträglichkeit trotz hoher Leistung. Ein – quantitativ allerdings nicht sehr großes – Problem sind die unerfahrenen jugendlichen Käufer dieser vergleichsweise preiswerten Flitzer. Der nun beschlossene „Führerschein auf Probe“ wird hier hoffentlich Abhilfe schaffen.

G. W.