Ambrose Bierce definierte Oper als ein „Schauspiel, welches das Leben in einer anderen Welt darstellt, deren Bewohner nicht reden, sondern singen, die sich nicht bewegen, sondern gestikulieren, und denen keine Haltung außer der Pose eigen ist.“ Ist die Oper tot oder bloß kostümiertes Konzert?

Arnold Werner-Jensen, Autor des 1983 erschienenen „dtv junior Opernführers“, läßt sich auf diese Polemik nicht ein. In der außerordentlich amüsanten Reihe „Buch & Quartettspiel“ des Deutschen Taschenbuch Verlages, in der bereits Maler, Komponisten und Dichter vorgestellt wurden, gibt er vielmehr eine kundige Einführung zur Historie der Oper, stellt knapp und stichwortartig. Daten zu mehr als fünfzig Opernkomponisten vor (Béla Bartók bis Carl Zeller) und skizziert die Handlungsstränge von Opern, Operetten und Musikdramen, angefangen bei Monteverdis „Orfeo“ bis zu Schönbergs „Moses und Aron“. Ein komprimierter Text und ein Spiel, das Wissen vermittelt, ohne Lexika und Nachschlagwerke heranzuziehen. Dem interessierten Laien werden zeit- und stilgeschichtliche Zusammenhänge deutlich, und der Illustrator Richard Heinrich, Kostüm- und Bühnenbildner, gibt auf den Spielkarten den Herrn von Eisenstein mit Rosalinde, Sophie und Octavian, Pamina und Papageno. Eine nützliche Unternehmung, die musikalische Begriffe und Daten, Operngeschichte und Darstellungen von mehr als dreißig Opernwerken enthält und erläutert.

Arnold Werner-Jensen (Text) und Reinhard Heinrich (III.): „Kennst du diese Opern?“; Deutscher Taschenbuch Verlag, München; ein Spiel mit 32 Quartett-Karten, 15,80 DM

U. B.