Der in Österreich lebende westdeutsche Autor mit dem englischen Namen legt mit „Menz“ seinen ersten Gedichtband vor, der mit Recht als ein ungewöhnliches Lyrikdebüt bezeichnet wurde. Der Titel ist eine Verballhornung von „Mensch“, die Waterhouse von Büchner („Menz“ als Hinweis auf „Lenz“) übernahm. Der Schlußsatz von Büchners Erzählung lautet: „So lebte er hin ...“

Das titelgebende Gedicht bei Waterhouse endet: „Bin ich voller Angst? Wer? Einer hat dich gemeint. Man kann / sagen: Mensch. Man kann sagen: Mensch. Mensch. Mensch. Oder es ist zu sagen: Menz. / Lebte hin so er.“

Schon dieses Textfragment gibt Aufschluß über die lyrische Arbeit, den Duktus von Peter Waterhouse: Die Frageform herrscht vor, die alles „Festgebaute“ (Hölderlin) zur Disposition stellt. Auch das Ich weiß über sich selbst nicht von vornherein Bescheid, so daß die Nachfrage „Wer?“ folgt. „Fragen und Anzeichen“ komponieren seine Gedichte: „Wir gehen über. Worauf wir stehen: Dächer. Soll / einer fragen, was die Augen gesehen? Wer / wird sich damit aufhalten? Die alten / Gebäude sind längst schon leer. Wer / will darüber noch sprechen? Enteignung / kommt zu spät. Unbemerkt ist dieser Auszug geschehen / sagen die blinden Monarchen träumend / von Palästen der Zuflucht vor ihresgleichen. Das Unbemerkte / ist nicht etwa ausgeblieben. Wir selbst / von Versprechungen verdorben (waren es nicht die eigenen?) haben / zögernd es bestaunt. Auch das ist überschritten. Ratlos / winkende Hände. Was geschieht heute? Ist es nur / wie herbstlicher Wind? Sind Wachtposten / nötig? Die Transporter stehen im Lande bereit.“

Der Band enthält auf hundert Seiten 74 Gedichte, die in drei Zyklen gegliedert sind. Die Form verweist auf eine große Tradition: Waterhouse wählt die Hymnenform des späten Hölderlin, die immer wieder zur Elegie tendiert, in jener Freiheit, wie sie der späte Rilke eingesetzt hat. Die syntaktischen und bildlichen Anspielungen sind zahlreich, und die (dem „griechischen“ Hölderlin abgesehene) „harte Fügung“ wird manchmal zur bloßen Manier:

„Zweifellos: Das Viele ist keiner. Geht aber / dazwischen und in Richtungen. Fort: / Wer sagt das? Auch ungesagt kann das werden / schmal, das wählt und Platz findet: / Seinen. Dort wird – wo aber sonst? – nicht / sein alles, genug aber nicht ist wenig. Das / ist Wahrheit...“

Zum Vergleich: Bei Hölderlin hatte es geheißen (in „Mnemosyne“ II): „Zweifellos / Ist aber Einer. Der / kann täglich es ändern. Kaum bedarf er / Gesez. (...) Lang ist / Die Zeit, es ereignet sich aber / Das Wahre.“

Die Texte von Waterhouse arbeiten (in eigenständiger Weiterführung der Wiener und Grazer Experimente) mit ständigen Ver-rückungen. Eine der theoretischen Grundlagen von Waterhouses Textbewegungen ist es: von der Unterwerfung des Subjekts unter Sprache auszugehen. Das führt zur Scheidung von Bewußtsein und Unbewußtsein. Dagegen protestieren die Texte, die das Subjekt als ständige Verschiebung vorführen. (Man denke an Ernst Jandl: „hallo, ich bin das ohr. (.. .) ich bin pferd / und milchwagen.“)