Ärger mit Mardern

Furchtsam hört der Automarder die Polizei herantatütataten. Schnell sucht er das Weite. Und sein kleiner pelziger Freund, der wirkliche Marder? Der schert sich nicht um Martinshörner, sondern krönt das mit Bremsmanschetten und Gummidichtungen begonnene Nachtmahl noch mit einer Portion Zündkabel. Taub ist er nicht, der Bursche, aber wählerisch: Es muß schon ein anderes Geräusch sein, das ihn in die Flucht schlägt.

Da „immer mehr Autofahrer über Ärger mit Mardern klagen“, hat Walter Kratz vom Münchener „Vertrieb technischer Neuigkeiten“ jetzt einen „elektronischen Marderschreck“ auf den Markt gebracht. Prinzip: „Das Kästchen von der Größe zweier Zigarettenschachteln wird im Motorraum montiert und schickt alle dreißig Sekunden einen Ultraschallton aus, der dem Warnruf des Marders entspricht.“ 126 Mark kostet die einfache Version, 483 die verstärkte 220-Volt-Ausführung (vier Zusatzlautsprecher!), mit der wohl ein ganzes Parkhaus zu beschallen ist.

„Woher stammt der Warnruf?“ das wollen natürlich alle Marderfreunde unter den Tierfreunden wissen. Walter Kratz kann sie beruhigen: „Von einem gefangenen und inzwischen wieder in Freiheit gesetzten Marder.“

Niemanden angetroffen

Auch die Times hat festgestellt, daß es heutzutage nicht mehr reicht, die Leser lediglich mit Neuigkeiten, Hofnachrichten und Börsenberichten zu versorgen. Deshalb hat sie einen gewissen Mr. Miles Kington beauftragt, sein Ohr ganz den Sorgen und Nöten der Leser zu leihen. Binnen kurzer Zeit wurde Mr. Kington zum meistfrequentierten Briefkasten-Onkel des Empire. Eine ungewöhnlich kurzweilige Begebenheit schilderte ihm eine gewisse Mrs. Elsie Waldorf aus London:

„Sir, neulich tauchte ein Handwerker bei mir zu Hause auf, um die Waschmaschine zu reparieren. Ich war etwas erstaunt, war doch die Maschine meines Wissens völlig in Ordnung. Daraufhin zückte er ein Auftragsformular mit der Telephonnotiz einer Mrs. Dorothv Waldorf. ‚Das bin ich nicht‘, sagte ich. ‚Das ist meine Mutter‘ – ‚Ist sie da?‘, wollte er wissen. ‚Nein, sie ist 1967 gestorben.‘ Daraufhin sah er sich den Auftrag noch einmal näher an. ,Stimmt‘, meinte er fröhlich. Mein Auftrag stammt von März 1963.’ Ich konnte mir nicht verkneifen zu bemerken: ‚Da haben Sie sich ja Zeit gelassen.‘ – Ja, wir hatten wirklich eine Menge Aufträge. Wie auch immer, wahrscheinlich haben wir mal vorbeigeschaut in den 60er Jahren und niemanden angetroffen. Nun bin ich schon mal hier – soll ich sie mir nicht mal schnell ansehen?