Probleme des Umweltschutzes standen im Mittelpunkt des 81. Deutschen Bädertages, zu dem sich knapp 500 Fachleute in Bad Kissingen trafen.

Den meisten der 260 deutschen Heilbäder und Kurorten ist der Weg aus der Krise in die Konsolidierung gelungen. Doch die Frage, ob wieder Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitswesen im Busch sind – sie verursachten die Bäderflaute von 1981/82 –, lastete als bedrohlicher Schatten über der Jahresversammlung.

Auch Bundesminister Blüm blieb in seiner Eröffnungsrede eine verbindliche Antwort schuldig. Zwar betonte er den "zentralen Stellenwert" der Kur in der Gesundheitspolitik, machte aber gleichzeitig klar, daß auch im Gesundheitswesen Wirtschaftlichkeit Voraussetzung für Leistungsfähigkeit sei. Die gesetzlichen Krankenkassen gaben jedoch 1984 drei Milliarden Mark mehr aus, als sie einnahmen, und dieses Jahr wird mit einem Ausgabenüberhang von voraussichtlich zwei Milliarden Mark gerechnet. Karl-Ernst Quentin, Präsident des Deutschen Bäderverbands, stellte dem entgegen, daß sämtliche Kuren und Anschlußheilverfahren die Budgets der verschiedenen Krankenkassen lediglich mit 0,7 bis höchstens zwei Prozent belasten. Die Bäder und Kurorte hätten gezeigt, daß sie sparen könnten und wünschten nun "Ruhe an der Gesetzesfront".

1984 übertraf die Zahl der Kurgäste mit knapp sieben Millionen (plus 8,7 Prozent) zum erstenmal wieder das Spitzenergebnis von 1981. Auch die Übernachtungen sind um neun Prozent auf 90 Millionen gestiegen. Dieser Zuwachs beruht sowohl auf einem Anstieg der Privatgäste, die 1984 immerhin 77 Prozent der Besucher (5,4 Millionen) stellten, als auch auf einem Wiederanstieg der Sozialgastzahler um 18,3 Prozent auf 1,2 Millionen.

Drei Gründe sind für die positive Entwicklung maßgebend:

1. Die Angst um den Arbeitsplatz hat sich so weit gelegt, daß wieder mehr Kuren beantragt werden.

2. Seit Ende 1983 sind die erschwerten Zugangsbestimmungen für Kuren im Krankenkassenbereich aufgehoben – seit Mai dieses Jahres können Kuren sogar wieder vor Ablauf einer dreijährigen Pause genehmigt werden.