Eine Zivilisationskritik, die ihre Sprache aus der Pathologie bezieht. Alles ist krank: "Die pathologischen Erscheinungen des Berufslebens und der Arbeitswelt strahlen auf die Freizeit aus." "Anstatt daß eine sinnvolle Freizeit die Belastungen des Berufs kompensiert, tritt nun anstelle von Arbeitszeit oft nur Freßzeit, Rauchzeit, Trinkzeit."

Das Ende ist nah, doch der andere, der neue Mensch, weigert sich, die Diagnose anzuerkennen, läßt sich auch von der Drohung mit der Apokalypse nicht zum Werden bewegen. Er frißt lieber, raucht und trinkt.

Man könnte das auch als hinhaltenden Widerstand deuten: Ganzheitlich wollen wir nicht mehr werden. Die Vernetzung geht uns auf den Wecker. Über Ökologie wissen wir selbst genug, wie eine Fläche sich anfühlt, dazu brauchen wir keine Tastecken.

Wo die Ideologien verblassen, bleiben der Kitsch und die Folklore. Ein Freund aus Norddeutschland, der von den Hintergründen nichts wußte, fand das Pueblo einfach "eine etwas große Griechenkneipe, oder eines von diesen amerikanischen Einkaufszentren, ein bißchen verrückt gebaut".

Die Zukunft des Pueblo ist unklar. Horst Wüstkamp will nebenan ein Hotel bauen, das neue Gäste bringen soll. Die Belegschaft munkelt derweil vom Verkauf des Hauses an einen amerikanischen Konzern.

Bleiben wird ein Symbol der späten siebziger Jahre, der Zeit, als es allerorten noch um das "ganz andere" ging. Vielleicht steht der Bau eines Tages im Museum der Neuzeit – neben Kernkraftwerken, Massa-Märkten und Gesamtschulen. Der Unternehmer Wüstkamp, inzwischen anthroposophisch orientiert, sagt: "Heute würde ich das natürlich etwas kleiner bauen."

"Organisch gewachsen ist hier gar nichts", sagt der traurige Geschäftsführer und grübelt, ob er für diesen Job geeignet ist. "Nicht einmal energiesparend ist der Bau. Wir sind ja offen für jeden Gast. Unten steht immer die Tür auf, und es zieht durchs ganze Haus."