In Kollegenkreisen genießt der diesjährige Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften einen exzellenten Ruf. Franco Modigliani gehört unstreitig zu den Wissenschaftlern, die in den sechziger und siebziger Jahren die nationalökonomische Forschung vorangetrieben haben.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden insbesondere seine Arbeiten auf dem Gebiet der Finanzwissenschaft stark beachtet. Modigliani war ein Name, an dem Studenten der Volks- und Betriebswirtschaft kaum vorbeigehen konnten, seine wichtigsten Arbeiten gehörten zweifelsohne zum notwendigen Examenswissen.

Der US-Bürger Modigliani, 1918 in Rom geboren, studierte Nationalökonomie an den Universitäten von Rom und New York. Noch während des Zweiten Weltkrieges begann seine wissenschaftliche Karriere an der New School for Social Research in New York. Von seinen vielen Lehraufträgen an verschiedenen Universitäten des Landes gehört seine Arbeit als Professor am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge/Mass., wo er seit 1962 lebt und lehrt, sicherlich zu seinen bedeutendsten Schaffensperioden.

In diese Zeit fällt auch der unter Wissenschaftlern berühmte Streit um die zeitliche Lastenverteilung kreditfinanzierter Staatsausgaben. Seine Arbeiten hierzu besuchen durch glänzende Beweisführung und Klarheit in der Aussage. Der von amerikanischen Professoren teilweise sehr hitzig geführten Debatte hat er entscheidende Impulse und Ansätze zur Klärung des Problems gegeben.

Die Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises an Modigliani ist Krönung einer bisher schon an Ehrungen und Preisen nicht gerade armen Karriere. bm