Nicht nur die Öffentlichkeit wurde von der Nachricht aus Stuttgart überrascht, daß Daimler die Kapitalmehrheit an der in den letzten Jahren eher unrühmlich ins Gerede gekommenen AEG übernehmen will. Auch die meisten Spitzenvertreter der deutschen Industrie traf die Kunde von der Elefantenhochzeit unvorbereitet. Mancher wird sich jetzt fragen, ob ihm da nicht eine günstige Gelegenheit entgangen ist.

Der neue, weitgehend vom Ballast der Vergangenheit befreite Elektrokonzern hat nämlich in den Bereichen, die gern als Zukunftstechnologie bezeichnet werden, einiges zu bieten. Deshalb entsteht durch den Zusammenschluß auch nicht einfach das umsatzstärkste deutsche Unternehmen: Es bilden sich ganz neue Macht- und Wettbewerbsstrukturen.

Andere werden darauf reagieren – entweder aus dem Nachahmungstrieb heraus oder weil sie glauben, sich für den Wettbewerb besser wappnen zu müssen. Das Beispiel könnte deshalb Schule machen und eine neue Konzentrationswelle auslösen. Das freilich ist keine schöne Aussicht. mj

(Zu Daimler/AEG siehe auch die Seiten 25, 30, 31)