Alle rätseln, wie es mit dem Dollar weitergehen wird. Genau das war die Absicht der Finanzminister und Notenbankpräsidenten, die auf Einladung ihres amerikanischen Kollegen James Baker aus Frankreich, Großbritannien, Japan und der Bundesrepublik am 22. September nach New York geeilt waren, um dort eine Strategie zur Wiederherstellung des gestörten weltwirtschaftlichen Gleichgewichts auszuarbeiten.

Ihr Wunschzettel sah so aus: Die Amerikaner senken ihr Haushaltsdefizit, die Deutschen und Briten beleben ihre Wirtschaft durch Steuersenkung, die Franzosen bauen alle Hindernisse für einen freien Kapitalverkehr ab, und die Japaner öffnen ihre Märkte stärker als bisher. Damit sollten die Zinsen gedrückt, die Nachfrage nach Dollar gesenkt und der Dollarkurs schließlich nach unten gelenkt werden.

Doch den Worten folgten noch keine Taten. Der Grund, weshalb der Dollarkurs trotzdem sank, waren der Ankündigungseffekt plus direkte Beeinflussung über Dollarverkäufe der Notenbanken. Neu war dabei, daß sich auch die Amerikaner an einem Sinken des Dollarkurses interessiert zeigten.

Ihre Beteiligung an den Interventionen zwischen dem 23. September und dem 4. Oktober hielt sich trotzdem in engen Grenzen. Von den insgesamt 4,2 Milliarden Dollar, die die Notenbanken auf den Devisenmärkten verkauften, kamen je 1,2 Milliarden aus Japan und Italien; die Banque de France verkaufte fast 400 Millionen, die Bundesbank rund 320 Millionen und die USA nur ebensoviel wie die Bundesbank. Großbritannien, Belgien, Irland und die Niederlande waren mit weniger dabei. Der japanische Yen wurde in dieser Zeit um 13,8, die Mark um 10,7, das Pfund um 5,9 und der Franc um 10,5 Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet.

Die Akteure empfinden die Interventionen als Gratwanderung. Bei der Unsicherheit der Märkte genügen nämlich wenige negative Nachrichten, um den Dollarkurs nach unten durchsacken zu lassen. Da dies auch nicht im Interesse der Partner Amerikas sein kann, müssen die Notenbanken zur Zeit in Bereitschaft stehen, notfalls auch in entgegengesetzter Richtung zu intervenieren – Dollar zu kaufen, damit die eigenen Währungen nicht so stark aufgewertet werden, daß der Export stranguliert wird. R. H.