DIE ZEIT

Ein Vorbild?

Nicht nur die Öffentlichkeit wurde von der Nachricht aus Stuttgart überrascht, daß Daimler die Kapitalmehrheit an der in den letzten Jahren eher unrühmlich ins Gerede gekommenen AEG übernehmen will.

Im Schatten der Seuche

Wir können Aids nicht länger ignorieren. Jedem muß klarwerden, das die tödliche "erworbene Immunschwäche", wie die Krankheit auf deutsch heißt, keine Sache der anderen mehr ist.

Nobel-Ärzte

Friedensnobelpreise finden selten ungeteilten Beifall. Moskau zeterte über Sacharow und Walesa. Für die Linken blieb Theodore Roosevelt ein Imperialist und Begin ein Ex-Terrorist.

Befreiungsschlag ins Leere?

Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes Achille Lauro sind wieder frei, und ihre Peiniger sitzen hinter Gittern. Was kann uns somit davon abhalten, Genugtuung zu empfinden und dem Lauf der Gerechtigkeit in der Welt aufs neue zu vertrauen? Gewiß, es hat einen gemeinen Mord gegeben.

Worte der Woche

"Den Sowjets kann nicht zugemutet werden, erhebliche Reduzierungen ihrer strategischen Waffen zu akzeptieren; so daß sie dann eines Morgens feststellen, daß der Rest durch die erfolgreiche Einrichtung eines amerikanischen Raketenabwehr-Systems entwertet worden ist.

Zeitspiegel

Während Ronald Reagan sich für den Genfer Gipfel vorbereitet, rüstet sich seine Frau zum Wettstreit mit Raissa Gorbatschows – um die größere, die positivere Publicity.

Ende gut, alles gut?

Wie in einem mittelmäßigen Krimi: Das Piratenstück im Mittelmeer und die Rolle Italiens

"Endlich einmal gewonnen"

Dem amerikanischen Selbstbewußtsein hat der Erfolg aufgeholfen, aber in der Nahost-Politik herrscht mehr Verwirrung als vorher

Wolfgang Ebert: Beckerei

Nachdem wir vom anderen Ende der Welt zurückgekehrt waren, lieferten wir uns den Händen unseres Masseurs Grobschmied aus, der uns bei dieser Gelegenheit auch über verpaßte Ereignisse ins Bild setzte: "Als Sie in Urlaub gingen, bestand noch die Hoffnung.

Weltraumwaffen und ABM: Rütteln an der Brandmauer

Ebenso überrascht wie besorgt betrachtet die Bundesregierung den amerikanischen Versuch, mit Hilfe eines juristischen Kabinettsstückchens für das SDI-Projekt einen spektakulär erweiterten Handlungsspielraum zu schaffen, ohne – nach amerikanischer Deutung – gegenüber der Sowjetunion vertragsbrüchig zu werden.

Öl ins Feuer

Der Nahe Osten – Israel und die arabische Welt – war in den letzten siebenunddreißig Jahren Schauplatz von fünf Kriegen und zahlreichen weiteren israelisch-arabischen Konfrontationen.

Ohne Skrupel

Begierungen haben viele und zuweilen auch überzeugende Gründe, ihr Herrschaftswissen M. für sich zu behalten. Ein ganz und gar nicht überzeugender Grund ist das schlechte Gewissen.

Zum Tode von Karl-Heinz Wocker: Die Stimme aus England

Zweiundzwanzig Jahre lang berichtete Karl-Heinz Wocker für WDR und NDR aus London. Obwohl er auch populäre Fernsehshows moderierte, erkannten ihn Wildfremde auf der Straße oder im Eisenbahnabteil doch eher an seiner Stimme und an seinem nonchalanten Plauderton als an seinem Gesicht.

England: Die Lady denkt nicht an Wende

Die Delegierten zollten der Regierungschefin acht Minuten lang Beifall. Mit dieser Huldigung für Margaret Thatcher wollte das Parteivolk zum Ende des Parteitages von Blackpool vor allem sich selbst noch einmal Mut machen – denn Anlaß zum Jubeln gibt es nach den jüngsten, für die Tories miserablen Meinungsumfragen nicht.

DAS KURZE INTERVIEW: "Falsche Strukturen"

Rebellion in der SPD-Bundestagsfraktion? Zwei Vertreter des rechten Parteiflügels, Lothar Löffler und Herbert Ehrenberg, wollen nicht wieder für den Fraktionsvorstand kandidieren.

Portugal: Der Sieger

Ob er hart ist oder nur so tut, weiß von Anibal Cavaco Silva, dem Sieger der portugiesischen Parlamentswahlen und künftigen Regierungschef, niemand recht zu sagen – daß er es sein möchte, steht außer Frage.

BONNER BÜHNE: Im Schulterschluß

Kohl und Genscher, haben wir kürzlich gelernt, wollen jetzt wenigstens eine Zeitlang im Schulterschluß marschieren, nachdem sie sich in Sachen Weltraumraketen-Abwehrsystem (SDI) klar auseinanderzubewegen schienen.

Seid gefälligst einig

Man nennt sie die "rosarote Stadt". Das ist kein Hinweis auf die politischen Verhältnisse in Toulouse (350 000 Einwohner), wo der junge Starjournalist Dominique Baudis als Nachfolger seines konservativen Vaters zum Bürgermeister gekürt wurde.

Wahlen in Belgien: Ja zum Sparen

Für die Belgier kam bisher nur ein Landsmann gleich nach dem lieben Gott, und das war der Radrennfahrer Eddy Merckx. Bekommt der jetzt Konkurrenz? Der einzige Unterschied zwischen dem legendären Radprofi und dem Politprofi Wilfried Martens "besteht darin, daß Eddy bei seiner sechsten Tour de France ins Schwitzen geraten ist, während Wilfried bei seiner sechsten Regierungsbildung Hochform beweist".

Kambodscha: Chaos statt Kommunismus

Phnom Penh ist die erste Station einer Versorgungslinie, die von der thailändischen Grenze durch Kambodscha verläuft und bis in die vietnamesische Hauptstadt Hanoi reicht.

Der Tod unter dem Wasserwerfer

Ich kann seitdem nichts mehr essen", sagt die junge Frau, sie hat ein müdes, trauriges Gesicht. "Mir geht das einfach nicht mehr aus dem Kopf.

"Noch viel mehr Polizei!"

Für Freiburg vermeldete die Welt Unerhörtes, Einzigartiges. Neben einem Glasschaden von 150 000 Mark und sechs Festnahmen nach dem Tod des Frankfurter Demonstranten registrierte das Springer-Blatt "Steinwürfe auf Passanten".

"Wir sind so ein Mob"

In der Nacht nach Günter Sares Tod in Frankfurt hatten Gewälttäter in Hamburg brennende Straßensperren errichtet, dann Steine und Molotow-Cocktails auf Polizisten geworfen.

NS-Urteile: Unrecht im Archiv

Kürzlich kramte der Hamburger Strafrechtsprofessor Heribert Ostendorf zusammen mit einem Kollegen ein längst vergessenes Dokument der Zeitgeschichte hervor: "Das Nürnberger Juristenurteil" von 1947, das der amerikanische Militärgerichtshof gegen sechzehn führende Juristen aus der Verwaltung und der Justiz des Dritten Reiches gesprochen hatte.

Körperverletzung mit Todes folge: Das Ende einer Ehe

Als der 47jährige Oberstudienrat Klaus G. vor fast genau einem Jahr am 22. Oktober 1984 morgens in der Fachoberschule Augsburg anrief und gewissenhaft mitteilte, er könne nicht zum Unterricht kommen, weil er seine Frau getötet habe, hielt das sein Kollege am anderen Ende der Leitung zunächst für einen "schlechten Witz".

Riesen sind nicht immer stark

Höher, weiter, schneller – und natürlich auch größer: Wir sind so daran gewöhnt, Rekorde zu bewundern, daß auch eine so gewaltige Transaktion wie der Erwerb der AEG-Mehrheit durch den Automobilkonzern Daimler-Benz zunächst einmal vor allem unter diesem Aspekt gesehen wird.

Europäische Gemeinschaft: Risiken

Die griechische Regierung hat die Drachme gegenüber allen anderen Währungen um 15 Prozent abgewertet. Der Export soll angeregt, der Import erschwert werden.

Bonner Kulisse

Die Dreizehn wird künftig auch die Glückszahl des deutschen Postministers sein. Mit dreizehn zu elf Stimmen nämlich hat der Postverwaltungsrat der 28.

Zahlungsverkehr: Teuer

Eine Rechnung des "Amtes für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft" flattert ins Haus. 400 Belgische Francs für das von der Europäischen Kommission herausgegebene Buch Europa ’85.

Karstadt: Hilfe von der Konkurrenz

Daß der Vorstand der Essener Karstadt AG mit sieben Herren personell unterbesetzt sei, das kann man gewiß nicht sagen. Doch zu Beginn des kommenden Jahres soll das hochbezahlte Geschäftsführungsgremium des größten Warenhauskonzerns Europas um einen weiteren Mann verstärkt werden – "im Rahmen der strategischen Neuausrichtung", wie es hölzern und dürr in einer Firmenmitteilung heißt.

Wirtschaftsnobelpreis: Ehrung für Modigliani

In Kollegenkreisen genießt der diesjährige Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften einen exzellenten Ruf. Franco Modigliani gehört unstreitig zu den Wissenschaftlern, die in den sechziger und siebziger Jahren die nationalökonomische Forschung vorangetrieben haben.

Mexiko: Die Probe aufs Exempel

Der Plan des amerikanischen Finanzministers James Baker zur weiteren Behandlung der internationalen Schuldenkrise muß noch in diesem Jahr seine Bewährungsprobe bestehen.

Fiat: Wieder auf Brautschau

Verständlich, daß der Turiner Fiat-Konzern sofort und strikt dementierte, als das Wall Street Journal vergangene Woche Verhandlungen mit General Motors über eine Zusammenarbeit im Autogeschäft kolportierte.

Börsen-Report: Wild bewegt

Der Daimler-Einstieg in die AEG hat dem deutschen Aktienmarkt weltweite Aufmerksamkeit verschafft. Es gab in dieser Woche nicht nur einen neuen Nachkriegsrekord in den Kursen, sondern auch in den Aktienumsätzen.

Mit Vollgas an die Spitze

Einst hieß es: Dein guter Stern auf allen Straßen. Künftig wird das dreizackige Symbol für die besten Autos im Weltraum ebenso präsent sein wie auf den Luft- und Schiffahrtsstraßen der Welt.

Weg von den Apparaten

ZEIT: Ein Vorschlag der AOK geht dahin, die hausärztliche Praxis zu stützen, zum Beispiel durch eine bessere Honorierung. Damit soll verhindert werden, daß zuviel teure Spezialisten-Medizin verordnet wird.

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