Was passiert, wenn man die Europäische Kommission beim Wort nimmt? Das kann sehr teuer werden. Vor allem im Bankverkehr.

Eine Rechnung des "Amtes für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft" flattert ins Haus. 400 Belgische Francs für das von der Europäischen Kommission herausgegebene Buch Europa ’85. Auf dem Rückeinband des Buches ist als öffentlicher Preis" ausgedruckt: 8,82 ECU. Aus buchungstechnischen Gründen sind Zahlungen in belgischen Francs vorzuziehen, steht auf der Rückseite der Rechnung. Ich stelle einen Scheck über 8,82 ECU aus. Das entspricht zwanzig Mark.

Zwei Wochen später kommt ein Brief von meiner Bank. Die internationale Abteilung von Lloyds habe einen kürzlich von mir in ECU ausgestellten Scheck auf mein Konto eingereicht, kann ich da lesen. Er sei zur Zahlung an die eigene internationale Abteilung weitergereicht worden. Die Gebühren für Lloyds Bank belaufen sich auf 12,50 Pfund Sterling. Das sind umgerechnet fünfzig Mark. Zweieinhalbmal soviel wie der Wert des Schecks. "Bei dieser Gelegenheit", so lese ich weiter, "möchten wir Sie darauf hinweisen, daß ECU im Zahlungsverkehr von Privatpersonen nicht verwendet werden sollen."

Was ist dann wohl ein "öffentlicher Preis"? Das bleibt ein Geheimnis der Europäischen Kommis-

rl.