Von Edgar Lück

Am 20. August 1977 katapultierte eine Trägerrakete die amerikanische Raumsonde Voyager 2 in den Himmel. Zwei Jahre später passierte die Sonde Jupiter und lieferte sensationelle Photos von diesem Planeten und seinen Trabanten. Mitte des 21. Jahrhunderts soll Voyager 2 unser Sonnensystem verlassen haben. Damit beginnt eine endlose Reise in die Weite des "kosmischen Ozeans". Die Aufgabe der amerikanischen Voyager-Raumsonde ist es, mit einer außerirdischen Zivilisation Kontakt aufzunehmen. So es sie gibt. Und so befindet sich an Bord eine Botschaft von der Vielfalt des Lebens auf der Erde, gespeichert auf einer vergoldeten Bild-Ton-Platte, die eine Milliarde Jahre überdauern soll. Wird diese Platte einst mit einem beiliegenden Gerät abgespielt, so vermittelt sie Informationen über die irdische Zivilisation, über unsere Bücher, unsere Gene, unser Gehirn ...

Gespeichert sind zusätzlich Grußbotschaften in 60 verschiedenen Sprachen, sowie: der Gesang der Buckelwale. Kein ganzes Lied, nur ein Ausschnitt. Denn die Lieder der Buckelwale dauern viele Minuten, bis zu einer halben Stunde.

Die Lieder, die amerikanische Forscher mit Unterwassermikrophonen aufnahmen, sind zwar allen Buckelwalen gemeinsam, aber sie verändern sich im Lauf der Zeit. Wenn die Wale im November von Alaska nach Hawaii kommen, singen sie noch das, was sie im Juni, bevor sie wegzogen, auch gesungen haben. Über den Winter hin verändert sich die Melodie. So wird nach Jahren aus einem Lied ein ganz anderes. Die Wale hören sich also gegenseitig, stehen über ihren Gesang in Verbindung. Wozu diese Kommunikation dient, weiß kein Mensch. Vielleicht signalisieren sich die Tiere nur ihre Position, um sich nicht zu verlieren.

Wir wissen wenig über die Wale. Und das ist kein Wunder, sind sie doch vor etwa 60 bis 70 Millionen Jahren vom Lande ins Wasser übergewechselt. Der Mensch begegnet den Walen fast nur, wenn er Jagd auf sie macht.

Wale sind Säugetiere, die ihre Jungen lebend zur Welt bringen, sie stillen und über Jahre aufziehen. Sie haben sich zu den größten Tieren entwickelt. Der Blauwal bringt es auf eine Länge von 30 Metern und auf ein Gewicht von 150 Tonnen. Ein Leichtgewicht unter den Blauwalen, 100 000 Kilogramm schwer, wiegt soviel wie 25 Elefanten oder 150 Ochsen.

Wale sind im Vergleich zum Menschen ungeheuer groß. Doch sie sind keine Ungeheuer. Der Astronom Carl Sagan, der das Voyager-Projekt betreute, beschreibt die Wale als "sanftmütige Weidetiere, die weite Meeresbereiche nach mikroskopisch kleinen Pflanzen absuchen."