Die diesjährige Herbstsaison von Cocom wurde kürzlich eingeläutet, und soeben sind auch die Ergebnisse früherer Sitzungsperioden veröffentlicht worden. So liegt schon wieder eine neue Liste jener Produkte vor, die Cocom für den Ostexport untersagt. Dieses Koordinierungs-Komitee westlicher Industrieländer für den Ost-Westhandel soll den Transfer von Technologien verhindern, die militärisch und strategisch bedeutend sind.

Hier nun zeichnen sich immer deutlicher die Gefahren ab, die seit Jahren von den Deutschen beschworen werden und um deren Abwehr sich die deutschen Unterhändler gewiß redlich bemühen. Die Erfolge dabei sind dünn. Mit immer schnellerem Umschlag neuer Technologien, mit ihrer breiten Durchdringung in beinahe jeden Anwendungsbereich, geraten zwangsläufig immer mehr Produkte in den Verdacht, auch strategisch relevant zu sein.

Das in Paris tagende Cocom artet zunehmend zu einem "Big Brother" aus, dessen Veto gegen Ostexporte ans Eingemachte geht. Die Europäer stehen dabei unter starkem amerikanischem Druck. Die USA drohen immer nachhaltiger mit Beschränkungen des West-West-Technologietransfers, falls Europa bei Cocom nicht strengeren Regeln zustimmt. So wird die Palette der indizierten Güter noch länger, die Bürokratie im Außenhandel größer. Das läßt sich daran ablesen, daß das für die Einhaltung der Cocom-Regeln zuständige Bundesamt für Gewerbliche Wirtschaft bald mehr Personal bekommen wird. Es scheint, als käme der west-östliche Handelskrieg mit dem technologischen Fortschritt erst so richtig in Gang, hff